Emmi bekommt tiefe Milchpreise zu spüren

Emmi hat in den vergangenen Jahren kräftig im Ausland zugekauft. Die neuen Tochtergesellschaften haben sich laut Konzernangaben erfreulich entwickelt.
Emmi hat in den vergangenen Jahren kräftig im Ausland zugekauft. Die neuen Tochtergesellschaften haben sich laut Konzernangaben erfreulich entwickelt. © KEYSTONE/GAETAN BALLY
Der Milchverarbeiter Emmi ist im ersten Halbjahr dank Zukäufen und Währungseffekten um 2 Prozent gewachsen. Aus eigener Kraft erwirtschaftete Emmi indes 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund waren die generell tiefen Milchpreise.

Der Umsatz betrug 1,6 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg auf 93 Millionen Franken von 85 Millionen im Vorjahr. Dabei verbesserte sich die Rentabilität leicht. Die operative EBIT-Marge betrug 5,8 Prozent des Nettoumsatzes. Im ersten Halbjahr 2015 waren es noch 5,4 Prozent gewesen.

Unter dem Strich resultierten 61 Millionen Franken Gewinn, gegenüber 46 Millionen im Vorjahr. Die Gewinnsteigerung ist im wesentlichen auf den verdauten Frankenschock zurückzuführen. Im Vorjahr hatte die sprunghafte Erstarkung der Währung das Ergebnis noch stark beeinträchtigt.

Schwieriger Heimmarkt

Gewachsen ist Emmi im ersten Halbjahr nur im Ausland. In der Schweiz war das organische Wachstum um 2,4 Prozent rückläufig. In der Division Americas resultierte dagegen ein Plus von 1,8 Prozent, in Europa waren es plus 1,2 Prozent.

Auch auf der Gewinnseite waren es primär die Geschäfte im Ausland, die zur Steigerung beitrugen. In den Divisionen Americas und Europa hätten sich Effizienzsteigerungen positiv ausgewirkt. Zudem hätten sich die in den letzten Jahren hinzugekauften Tochtergesellschaften positiv entwickelt, heisst es in einer Mitteilung am Dienstag.

Auf dem Heimmarkt Schweiz war das Geschäft laut Emmi geprägt von Konkurrenzkampf, Importdruck und Einkaufstourismus. Das Unternehmen rechnet damit, dass diese Situation bis Ende Jahr anhalten wird. Dennoch rechnet der Konzern damit, in der Schweiz und in Europa seine Jahresziele zu erreichen.

Anpassung der Jahresziele

In der Division Americas muss Emmi dagegen zurückbuchstabieren. Es zeichne sich ab, dass das angestrebte organische Wachstum von 5 bis 7 Prozent in diesem Jahr wohl zu ambitiös sei, hält der Konzern fest. Gründe dafür seien die tiefen Milchpreise in den USA sowie die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen in Chile und Spanien.

Auf Konzernstufe hält Emmi am Umsatzziel in der Höhe des Vorjahres fest. Die Ertragserwartungen werden leicht nach oben angepasst. Neu wird mit einem Betriebsgewinn (EBIT) von 185 bis 195 Millionen Franken gerechnet (EBIT bisher 180 Millionen bis 190 Millionen Franken).

(SDA)


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