Erdnüsse sind in aller Munde

Dürfen in keinem Chlaussäckli fehlen: «Spanische Nüssli».
Dürfen in keinem Chlaussäckli fehlen: «Spanische Nüssli». © Keystone/AP/Patrick Sison
Mit der Adventszeit kommt auch die Zeit der «spanischen Nüssli». Bei der Migros etwa wird über die Hälfte der verkauften Jahresmenge an ganzen ungeschälten Erdnüssen im Dezember umgesetzt.

Nicht eingerechnet sind dabei andere Erdnüsse, etwa geröstete Nüsse, wie eine Migros-Sprecherin am «Samichlaustag» Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda schrieb. Verkaufszahlen für einzelne Artikel gibt der Detailhandelsriese nicht bekannt. Die Verkäufe lägen allerdings wenige Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

Aldi Suisse äussert sich ebenfalls nicht zu den Verkaufszahlen. Die ungeschälten Erdnüsse seien insbesondere in der Vorweihnachtszeit bei der Kundschaft sehr beliebt, schreibt ein Sprecher. «Wir sind mit der Entwicklung auch in diesem Jahr sehr zufrieden.»

Im Jahr 2016 hat die Schweiz 2458 Tonnen ungeröstete und ungeschälte Erdnüsse im Wert von 11,2 Millionen Franken importiert. Zwei Drittel davon kamen aus Ägypten, rund ein Viertel aus Israel. Das zeigen Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung. Dazu kommen 3390 Tonnen zubereitete oder haltbar gemachte Erdnüsse.

Gemäss Berechnungen des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) zur Schweizer Nahrungsmittelversorgung können die Importmengen folgendermassen auf den Verbrauch umgerechnet werden: 800 bis 900 Gramm Erdnüsse konsumieren die Schweizer pro Kopf und Jahr.

Jedes zweite Spanische Nüssli, das schliesslich in der Schweiz verkauft wird, wird dabei in der Rösterei Gerelli in Frauenfeld TG geröstet. Bei diesem Verfahren, bei dem die Nüsse in einer Rösttrommel erhitzt und danach in eine Kühlzone weiterbefördert werden, erhalten die Nüssli ihr typisches Aroma. Die Schalen bleiben dabei unversehrt.

Pro Tag könnten im Drei-Schicht-Betrieb bis zu 30 Tonnen Nüsse geröstet werden, sagt Gerelli-Geschäftsführer Raphael Weiss. Im Schicht-Betrieb seien dabei bis zu 25 Mitarbeitende im Einsatz.

Gerelli produziert ganzjährig. Die Nüsse würden jeweils frisch weiterverkauft und nicht lange gelagert, sagte Weiss. Vor der Weihnachtszeit ist die Nachfrage jeweils am stärksten: Rund 85 Prozent werden laut Weiss zwischen Mitte September und Dezember verkauft.

Dabei begännen die Verkäufe allerdings immer früher und dauerten auch noch über den 6. Dezember hinaus an. Die Konsumenten entdeckten die Nüsse als gesundes und natürliches Nahrungsmittel, begründet Weiss.

Übrigens: Die Erdnuss ist eigentlich gar keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. «Spanische Nüssli», werden die Erbsen (Peanuts) genannt, weil die Spanier sie aus Mittel- und Südamerika nach Europa brachten.

(SDA)


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