Erdogan stellt Strafantrag gegen Böhmermann

Der türkische Präsident Erdogan zeigt ZDF-Satiriker Jan Böhmermann an.
Der türkische Präsident Erdogan zeigt ZDF-Satiriker Jan Böhmermann an. © EPA/Robert Ghement
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert jetzt selbst Massnahmen gegen das Schmähgedicht von Jan Böhmermann. Die Staatsanwaltschaft Mainz teilt mit, dass ein Strafantrag wegen Beleidigung eingegangen sei.

Gegenstand des Antrags sei das Schmähgedicht in der Sendung “Neo Magazin Royal” vom 31. März. Laut Staatsanwaltschaft beruft sich die Anzeige auf Paragraf 185 Strafgesetzbuch. Der Strafantrag werde in dem bereits anhängigen Verfahren nach Paragraf 103 Strafgesetzbuch geprüft, hiess es weiter. Der Paragraf stellt den Angriff gegen Organe und Vertreter ausländischer Staaten unter Strafe. Am Sonntag war bereits bekannt geworden, dass die türkische Botschaft in einer Verbalnote an das Auswärtige Amt ein Strafverfahren gegen Böhmermann gefordert hatte.

Der 35 Jahre alte Moderator hatte in seinem Gedicht bewusst beleidigende Formulierungen benutzt, um – wie er selbst erläuterte – die Unterschiede zwischen in Deutschland erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik deutlich zu machen. Er hatte dabei mehrfach betont, das Schmähgedicht sei illegal. Das ZDF distanzierte sich von dem Auftritt und löschte die Sendung aus dem Archiv.

Auf YouTube ist das Video inzwischen von einer anderen Quelle wieder aufgetaucht:

(red)


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