Erfolgreicher Nachwuchs-Coach wird Nati-Trainer

Das Schweizer Handball-Nationalteam bekommt einen neuen Trainer
Das Schweizer Handball-Nationalteam bekommt einen neuen Trainer © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der Schweizer Handball-Verband befördert den erfolgreichen Nachwuchs-Coach Michael Suter (40) zum Cheftrainer der Nationalmannschaft. Er wird Nachfolger von Rolf Brack.

Der frühere Top-Flügel mit langjähriger Vergangenheit in Winterthur und Schaffhausen einigte sich mit dem SHV auf eine Zusammenarbeit bis 2020. Die Leitung der nationalen Handball-Akademie in Schaffhausen wird der 40-jährige Pädagoge fortführen, sein Mandat als Coach der Kadetten-Espoirs hingegen gibt der 75-fache Ex-Nationalspieler hingegen ab.

Suters Nominierung ist eine gute, nachvollziehbare und erwartete Wahl. Er stand schon länger zur Debatte, sein Leistungs-Dossier im Nachwuchssektor ist erstklassig. Innerhalb der letzten sechs Jahre führte der Zürcher vier SHV-Teams an acht Endrunden. Unter seiner Leitung etablierten sich die Schweizer Junioren unter den Top 10 Europas.

Im nicht nur stagnierenden, sondern taumelnden A-Team steht Suter indes eine schwierige Aufgabe bevor. Der Versuch, mit dem Bundesliga-Dozenten Rolf Brack an der Spitze den Stillstand zu bekämpfen, scheiterte. Das Fiasko gegen die Niederlande (21:34) am Ende der elften missratenen WM-Ausscheidung in Serie war ein weiterer von vielen Tiefpunkten.

Brack löste die Probleme nicht, im Gegenteil. Seit der Trennung von Goran Perkovac 2013 sind die Schweizer Handballer im internationalen Ranking noch tiefer abgesackt. 25 Fehltritte in 37 Spielen überschatten die kurze Ära Bracks. Die Faktenlage der letzten Dekaden ist erdrückend: Seit 1995 hat die SHV-Auswahl keine WM-Teilnahme mehr vorzuweisen, seit der Heim-EM vor über zehn Jahren ist sie praktisch spurlos verschwunden.

Vom international anerkannten Förderer aus den eigenen Reihen erhofft sich der Verband eine zeitnahe Stabilisierung. Suter soll mit den Talenten der Jahrgänge 1992 bis 1996 nun auch auf dem höchsten Level eine kompetitive Equipe formen.

Der neue Hoffnungsträger geniesst den uneingeschränkten Support der wichtigsten Führungsfiguren der Schweizer Klubszene. Allen voran der einflussreiche Kadetten-Chef Giorgio Behr ist ein grosser Befürworter der Trainer-Methodik Suters.

Mit Suter kommt ein innovativer Entwickler und konsequenter Stratege, der von seinen Partnern viel verlangt, aber auch ausgesprochen viel Konzeptionelles zu bieten hat.

(SDA)


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