Erholung der Industrieunternehmen lässt auf sich warten

Seit Oktober entwickelt sich die Stimmung bei den KMU und den Grossunternehmen in entgegengesetzter Richtung (Archiv).
Seit Oktober entwickelt sich die Stimmung bei den KMU und den Grossunternehmen in entgegengesetzter Richtung (Archiv). © KEYSTONE/MARA TRUOG
Die KMU in der Schweiz verzeichnen derzeit mehr Mühe als Grossunternehmen. Diese profitieren im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld von ihrer höheren Diversifikation.

Seit Oktober entwickelt sich die Stimmung bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und den Grossunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten in entgegengesetzter Richtung. Das zeigt das neuste KMU-Barometer, das die Grossbank UBS am Donnerstag veröffentlicht hat.

Während sich das Barometer der KMU bis Januar von -0,69 auf -1,02 Punkte verschlechterte, legte der Wert bei den Grossunternehmen in derselben Zeitspanne um 0,22 Punkte auf -0,58 Punkte zu. Der Wert 0 signalisiert eine neutrale Beurteilung. Das KMU-Barometer basiert auf der monatlichen Befragung der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich in der Industrie (ohne Bau).

Sowohl bei den KMU wie auch bei Grossunternehmen gingen das Produktionsniveau und der ausländische Auftragsbestand im Januar zurück. Auch haben beide Unternehmensgrössen weiterhin mit sinkenden Preisen zu kämpfen. Die UBS rechnet im laufenden Jahr mit einer Inflation von -0,4 Prozent.

Dass die Grossunternehmen die Lage grundsätzlich als positiver bewerten als die KMU, führt Sibille Duss vom UBS Chief Investment Office auf die bessere Diversifikation der Grossunternehmen zurück. Somit könnten diese schwächere Wachstumsphasen, wie aktuell beispielsweise in den USA, besser abfedern als kleinere Unternehmen.

Zudem seien sie auch besser gegen Wechselkursschwankungen gewappnet, da sie oftmals Produktionsstandorte im Ausland unterhielten, sagte Duss gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Im Baugewerbe rechnen die Unternehmen im laufenden Quartal mit sinkendem Auftragsbestand und Erträgen. Allerdings ist diese negative Tendenz vor dem Hintergrund des Baubooms der letzten Jahre etwas zu relativieren. So beurteilen die Bauunternehmen die Geschäftslage weiterhin als gut.

Ebenfalls als gut wird die Geschäftslage bei den Dienstleistern gesehen, aber auch hier hat die Dynamik nachgelassen. Dies widerspiegelt sich in der Erwartung sinkender Erträge und Preise sowie allgemein einer trüberen Geschäftslage.

Auch die Tourismusunternehmen rechnen in den ersten drei Monaten mit sinkenden Erträgen und Umsätzen. Immerhin: Zum ersten Mal seit der Aufhebung des Euromindestkurses im Januar 2015 beurteilen die grossen Unternehmen im Tourismus ihre Geschäftslage wieder als gut.

(SDA)


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