Erster Verdächtiger wegen Sexualstraftat in U-Haft

Bei der Silvesternacht in Köln kam es zu Massenbelästigungen und Diebstählen.
Bei der Silvesternacht in Köln kam es zu Massenbelästigungen und Diebstählen. © KEYSTONE/EPA DPA/MARKUS BOEHM
Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in Köln in der Silvesternacht sitzt erstmals ein Tatverdächtiger wegen einer Sexualstraftat in Untersuchungshaft. Es handelt sich um einen 26-jährigen Algerier. Des Weiteren gehen immer noch Anzeigen bei der Polizei ein. Es sind mittlerweile 766. 

Dem Mann werde vorgeworfen, aus einer Gruppe heraus ein Opfer sexuell genötigt und dabei ein Handy gestohlen zu haben, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag. Der Mann sei am Wochenende zusammen mit einem weiteren Algerier festgenommen worden, der einen Handydiebstahl, aber keine Sexualstraftat begangen haben soll. Beide lebten in einer Flüchtlingsunterkunft in Kerpen (Nordrhein-Westfalen).

Noch keine Äusserung des Beschuldigten

Nach Angaben Bremers handelt es sich bei dem 26-Jährigen um den ersten Beschuldigten aus der Silvesternacht, der wegen einer mutmasslichen Sexualstraftat in Untersuchungshaft sitzt. Er habe sich aber noch nicht zu den Vorwürfen geäussert.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben nun gegen 21 Beschuldigte, von denen acht in Untersuchungshaft sitzen. Den meisten werden Eigentumsdelikte wie Diebstahl vorgeworfen.

Immer mehr Anzeigen

Auch mehr als zwei Wochen nach den Übergriffen in Köln zeigen Menschen Straftaten aus der Silvesternacht bei den Ermittlern an. Mittlerweile seien 766 Anzeigen eingegangen, sagte Bremer.

Bei rund der Hälfte gehe es um Sexualdelikte. Darunter seien auch mindestens drei Anzeigen wegen Vergewaltigung. In anderen Fällen werde noch geprüft, ob die Vorwürfe diesen Straftatbestand erfüllten.

In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen von Männergruppen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen worden. Unter den mutmasslichen Tätern sollen viele Männer nordafrikanischer und arabischer Herkunft sein. Die Zahl der mutmasslichen Opfer sexueller Übergriffe und Raubstraftaten stieg erneut deutlich auf nun 883.

(SDA)


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