Erstmals Gewählte bringen viel Parlamentserfahrung mit nach Bern

Akten und Notizen liegen auf Pulten im Nationalratssaal in Bern. (Archiv)
Akten und Notizen liegen auf Pulten im Nationalratssaal in Bern. (Archiv) © /KEYSTONE/LUKAS LEHMANN
Bei den 49 erstmals in den Nationalrat gewählten Politikerinnen und Politikern bringen über 85 Prozent kantonale oder kommunale Parlamentserfahrung mit, jeder Vierte hat bisher auf niedrigerer Ebene mitregiert. Die Zahl der Quereinsteiger ist gering.

Dies ergibt eine Auswertung der Nachrichtenagentur sda, welche auf dem heutigen Stand der gewählten Nationalrätinnen und Nationalräte basiert. Aufgrund der zweiten Ständeratswahlgänge kann es noch zu einzelnen Verschiebungen kommen.

38 erstmals Gewählte sitzen momentan in einem Kantonsparlament, vier weitere in einem Stadt- oder Gemeindeparlament. Der Berner SVP-Nationalrat Erich Hess ist sogar Dreifach-Parlamentarier: Er sitzt zurzeit im Berner Stadtrat und im Grossen Rat. “In den nächsten zwei Wochen werde ich entscheiden, zu welchem Zeitpunkt ich aus welchem Parlament zurücktrete – wenn überhaupt”, sagte er der sda.

Einige der Neulinge in Bundesbern bringen Regierungserfahrung auf kommunaler Ebene mit: Acht bekleiden das Amt eines Gemeindepräsidenten, Géraldine Marchand-Balet aus Grimisuat VS ist die einzige Frau mit diesem Amt, die neu im Bundeshaus politisieren wird. Vier weitere Newcomer sitzen in einer Gemeindeexekutive. Mit Beat Arnold (SVP/UR), momentan Sicherheitsdirektor, wurde auch ein Mitglied einer Kantonsregierung nach Bern entsandt.

Die Liste der Quereinsteiger, die erfolgreich kandidierten, ist dagegen kürzer: Nur Claude Béglé (CVP/VD), Marcel Dobler (FDP/SG), Tim Guldimann (SP/ZH), Roger Köppel (SVP/ZH) und Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR) hatten bisher kein politisches Amt inne. Sie profitierten offenbar vom Bekanntheitsbonus ihrer Person oder ihres Unternehmens.

(SDA)


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