Es hat sich endgültig ausgesnust

Das Bundesamt für Gesundheit hat einen sofortigen Verkaufs- und Importstopp für Snus verhängt.
Das Bundesamt für Gesundheit hat einen sofortigen Verkaufs- und Importstopp für Snus verhängt. © iStock/ekalunda
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat erlassen, dass Snus per sofort nicht mehr verkauft oder importiert werden darf. Damit schliesst das BAG eine Gesetzeslücke, die seit 1995 offen war.

Verpackt in kleinen Säckchen, duftend nach Menthol, sitzend hinter der Ober- oder Unterlippe. Der “Snus”, Tabak aus dem Norden, hat in der Schweiz einen schweren Stand, ist aber enorm beliebt. Allein aus Dänemark sind seit letztem Jahr drei Tonnen Snus in die Schweiz importiert worden. Das Bundesamt für Gesundheit will mit dem Verbot verhindern, dass wenig verbreitete Produkte in der Schweiz Fuss fassen und zusätzliche Gesundheitsschäden bewirken. Das entspreche dem Willen des Gesetzgebers.

Kautabak in der Schweiz legal

In der Tabakverordnung wird Snus nicht genau definiert. Er ist lediglich aufgeführt als “ein Erzeugnis in Form eines Pulvers oder eines feinkörnigen Granulats”. Die Kioske und Online-Händler nutzten diese Lücke und deklarierten Snus einfach als Kautabak. Dieser ist in der Schweiz legal. Das BAG schliesst diese Gesetzeslücke nun mit Hilfe der neuen Weisung. “Damit wird der Import und Verkauf von Tabak zum oralen Gebrauch, der als Kautabak etikettiert ist, ab sofort unterbunden. Erlaubt bleiben hingegen echter Kautabak, der in der Weisung genauer definiert wird, sowie Lutschtabak wie beispielsweise Makla”, schreibt das BAG.

Snus-Liebhaber geschockt

Das Bundesamt für Gesundheit hatte bereits Anfang Jahr angekündigt, den Verkauf von Snus unterbinden zu wollen. Vorerst sollte das Parlament die Legalisierung des Produkts klären. Dass das Bundesamt nun auf eigene Faust den Snus verbietet, schockt die Konsumenten. Allen voran Snus Galionsfigur und SVP-Nationalrat aus dem Kanton St.Gallen, Lukas Reimann. Gegenüber 20min gibt er sich entrüstet: “Ich bin aus allen Wolken gefallen. Es ist nicht statthaft, mitten im Gesetzgebungsprozess ein Verbot zu erlassen.” Laut Reimann seien durch den Verkaufsstopp auch hunderte Arbeitsplätze gefährdet. “Gerade für kleine Kioske in der Grenzregion ist Snus überlebenswichtig”, so Reimann.  Viele Österreicher und Deutsche holen sich den Mundtabak eben da. In den Nachbarländern ist der Mundtabak  verboten. Den betroffenen Kioskbetreibern rät Reimann: “Ich würde Snus weiter verkaufen und gegen den Entscheid klagen.”

(saz)

 


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