«Es kommt noch Bewegung ins Kader»

Von Stephanie Martina
Anfangs Mai leitete Giorgio Contini das erste FCSG-Training - heute startet er die Vorbereitungen für seine erste Saison. (Archiv)
Anfangs Mai leitete Giorgio Contini das erste FCSG-Training - heute startet er die Vorbereitungen für seine erste Saison. (Archiv) © TAGBLATT/Michel Canonica
Der Sommer zeigt sich diese Woche von seiner heissesten Seite. Und gerade heute Montag beginnt beim FC St.Gallen die Vorbereitung für die neue Saison. Was erwartet die Spieler? Stossen noch neue dazu? Lässt sich beim Saisonabo-Vorverkauf ein Contini-Effekt feststellen? Und hat der frisch gesäte Rasen die Gabalier-Sause überstanden? FM1Today hat die Antworten.

Während die meisten ihre Sommerferien noch vor sich haben, sind jene der St.Galler Spieler seit heute vorbei. Am Montagmorgen mussten sie zu Gewichts- und Fettmessungen sowie weiteren Tests antraben. Ab Dienstag steht die erste Mannschaft bereits wieder auf dem Platz. «Die Sommerpause ist jeweils so kurz, dass es keine grosse Eingewöhnungsphase braucht. Die Spieler müssen, wie man so schön sagt, gleich in die Hosen», sagt Daniel Last, Mediensprecher vom FC St.Gallen.

Nur zwei Spieler fehlen bei den ersten Saisonvorbereitungen: Silvan Hefti und Albian Ajeti kämpften letzte Woche mit der U21-Nationalmannschaft um die EM-Qualifikation und gönnen sich nun eine kurze Pause. «Alle anderen sind fit. Es kann also losgehen», sagt Last.

Wer kommt? Wer geht?

Auch die Neuzuzüge sind bei den Tests dabei. So etwa die drei Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen, die den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben. Die drei Ostschweizer Alessandro Kräuchi (U21), Nico Krucker (U18) und Noah Blasucci (U21) sind aber nicht die einzigen Zuzüge. Vom FC Wil ist Adonis Ajeti zu den St.Gallern gestossenvom FC Schaffhausen Gjelbrim Taipi und von Vaduz Stjepan Kukuruzovic.

«Es kann gut sein, dass diese Woche noch etwas Bewegung ins Kader kommt», sagt Daniel Last. Mehr Informationen lässt er sich jedoch nicht entlocken. «Le Matin» berichtet aber, dass Nassim Ben Khalifa kurz der Unterschrift beim FC St.Gallen stehen soll. Zuletzt wurde ausserdem auch Ex-FCZ-ler Philippe Koch mit den Espen in Verbindung gebracht.

Mit Abgängen rechnet Last indes nicht: «Aber im Fussball weiss man nie. Das Transferfenster ist noch bis Ende August offen und wenn ein Spieler auf sich aufmerksam macht, kann es schnell gehen.»

Den sechs bisherigen Neuzugängen stehen fünf Abgänge gegenüber. Pascal Albrecht (neuer Verein nicht bekannt), Lucas Cueto (Münster), Gianluca Gaudino (zurück zu Bayern), Mohamed Gouaida (zurück zum HSV) und Mario Mutsch (Progrès Niederkorn/Lux) haben den FC St.Gallen verlassen.

Noch unklar ist nach wie vor die Zukunft von Albian Ajeti. Zuletzt wurde bekannt, dass der FC Basel 2,8 Millionen Franken für den Stürmer überweisen wollte. Dem FC St.Gallen soll das aber zu wenig sein, da die Espen einen Grossteil davon an Ajetis ehemaligen Club Augsburg abgeben müssten.

Zwei Testspiele geplant

Während der fünfwöchigen Saisonvorbereitung sind auch zwei Testspiele angesetzt. Am kommenden Samstag, 24. Juni, empfängt der FC St.Gallen den Vorarlberger Club SC Rheindorf Altach (17 Uhr, Sportanlage Rüti, Henau/Uzwil) und am Mittwoch, 28. Juni, ist der SC Austria Lustenau zu Gast (18.30 Uhr, Sportanlage Kett, Sirnach).

Gleich danach, in der ersten Juli-Woche, reist der FC St.Gallen ins Trainingslager nach Schluchsee im Südwesten Baden-Württembergs. Am Wochenende des 22./23. Juli beginnt die neue Saison.

Kein «Contini-Effekt» beim Vorverkauf

Der Vorverkauf der Saisonkarten läuft auf Hochtouren. «Bis heute haben wir knapp 6000 Saisonabos verkauft. Damit liegen wir ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres», sagt Last. Damit sei man zum jetzigen Zeitpunkt zufrieden, bleibe aber optimistisch, dass bis zum Start der Meisterschaft noch einige dazukommen werden. Vor der letzten Saison kauften 7500 FCSG-Fans eine Saisonkarte. «Wir hoffen, dass diese Zahl noch etwas übertroffen werden kann, wenn wir eine gute Vorbereitung zeigen.» Aus Erfahrung wisse man, dass etwa die Besucher des Espenblocks relativ lange warten würden, bis sie sich ihr Saisonabo besorgen.

Obwohl Joe Zinnbauer auch aus wirtschaftlichen Gründen das Feld räumen musste, kann laut Last nicht erwartet werden, dass sich ein Trainerwechsel direkt auf die Abozahlen auswirkt. «Letztes Jahr herrschte vor der Saison auch eine gewisse Euphorie, das ist nicht neu. Wichtig ist eine gute Vorbereitung und dass wir noch mit dem einen oder anderen Transfer überzeugen können. Und am Ende ist entscheidend, wie wir uns auf dem Feld präsentieren», betont Last.

Hybridrasen hat Gabalier-Konzert überstanden

Neue Saison, neuer Rasen. Dieses Jahr rollt der Ball im Kybunpark erstmals nicht auf normalem Gras, sondern auf einem sogenannten Hybridrasen. Dieser besteht aus natürlichem Rasen, ist aber mit Kunstfasern durchmischt. Der neue Rasen musste seine erste Bewährungsprobe kurz nach seiner Aussaat bestehen. Denn am Freitagabend füllte der selbsternannte Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier das Stadion. Zig Tausende tanzten auf den Platten, die über den frisch gesäten Rasen gelegt wurden.

Die Samen seien bewusst vor dem Konzert gesät worden, um vom Treibhauseffekt profitieren zu können, der durch die Abdeckung entstand, erklärt Last. Die Rechnung sei aufgegangen: «Dem Rasen geht es erstaunlich gut. Ich habe ihn mir vorhin angeschaut. Überall sieht man die ersten Grashalme spriessen und dort, wo die Bühne gestanden hat, ist bereits alles grün.»

(stm)


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