Es regnet bald Sternschnuppen

Von Leila Akbarzada
Eine Sternschnuppe fällt vom Nachthimmel über dem Säntis.
Eine Sternschnuppe fällt vom Nachthimmel über dem Säntis. © KEYSTONE/Alessandro Della Bella
So ein Spektakel gibt es selten: Bei guter Sicht können in der Donnerstag- und Freitagnacht mehrere hundert Sternschnuppen pro Stunde am Himmel bestaunt werden. Wer das nicht verpassen will, muss auf Schlaf verzichten und sich warm anziehen.

Ein richtiges “Feuerwerk” an Sternschnuppen wird es in den Nächten von Donnerstag auf Freitag und Freitag auf Samstag geben. Reinhard Gross, Betreuer der Sternwarte der Kantonsschule Burggraben in St.Gallen, erklärt, warum das so ist: “Sternschnuppen sind kleine Teilchen in der Grösse von Staubkörnern oder Kieselsteinen, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen und so eine Leuchtspur erzeugen.”

Immer im August gibt es besonders viele Sternschnuppen. Das verdanken wir einem Kometen, dem Swift-Tuttle, wie Gross erklärt. Seine kleinen Bruchstücke umkreisen die Sonne. Die Erde durchkreuzt diese Laufbahn, und je nach Stelle gibt es viele dieser Bruchstücke oder wenige. “Morgen durchkreuzt die Erde die Laufbahn an einer Stelle, wo sich viele Teilchen befinden, und deshalb gibt es auch mehr Sternschnuppen zu bestaunen.”

Deshalb ist dieses Jahr bei guter Sicht mit 160 Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen, während in anderen Jahren etwa 90 zu sehen sind.

Raus aus der Stadt, rauf auf den Berg

Wer dieses Spektakel erleben will, dem rät Gross, die Stadt zu verlassen. “Man sollte irgendwo hingehen, wo es kein Fremdlicht gibt. Man setzt sich am besten auf eine Parkbank oder breitet eine Decke auf einer Wiese aus”, rät der Experte. Ideal sei, in die Höhe zu fahren, um noch mehr zu sehen. “Man sollte sich aber warm anziehen”, warnt Gross.

Sehr wichtig ist die Richtung, in die man blickt. “Die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Perseus herauszukommen. Dieses liegt diese Tage in Richtung Nordosten”, weiss Gross. Zwischen 23 und 4 Uhr sei die beste Zeit, Sternschnuppen im Himmel zu beobachten. “Vor 22 Uhr macht es gar keinen Sinn, weil dann die Sonne noch immer zu hell ist”.

Die Sternwarte der Kantonsschule Burggraben am Unteren Brand öffnet während dieser Nächte um 20 Uhr für Interessierte.

Die Sternwarte der Kantonsschule Burggraben in St.Georgen öffnet in diesen Nächten um 20 Uhr für interessierte Sternschnuppengucker. Bild: Tagblatt/Chris Mansfield

Weitere Himmelsspektakel

Hilfsmittel wie Feldstecher sind für die Sternschnuppenschau nicht nötig. “Am besten schaut man mit blossem Auge”. Man solle aber nicht auf Sternschnuppen warten. “Es gibt diese Nächte auch noch andere interessante Sachen am Himmel zu sehen”, sagt Gross. Am Donnerstag sei fast Halbmond. Neben diesem seien zwei helle Punkte zu sehen. “Das sind Planeten. Links vom Halbmond haben wir den Saturn, unter dem Mond den Mars.” Dass Saturn und Mars so nah beim Mond stünden, komme selten vor. Um diese genauer zu betrachten, mache ein Feldstecher durchaus Sinn.

Glück mit dem Wetter

Ob überhaupt eine Sternschnuppe zu sehen ist, hängt letzten Endes einzig und allein vom Wetter ab. “Es wird leicht bewölkt sein, vor allem am Donnerstag, aber ich denke, wir haben Glück mit dem Wetter”, meint Gross. Freitagnacht werde vom Wetter her wohl besser sein, aber auch am Donnerstag seien schon freie Stellen am Himmel zu sehen. “Ich rate, in beiden Nächten in den Himmel zu schauen, und dabei ist natürlich das Wichtigste, sich etwas zu wünschen”.


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