ETH Lausanne testet Grossbatterie im Zusammenspiel mit Fotovoltaik

Die Projektverantwortlichen und die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) vor der neuartigen Batterie an der ETH Lausanne (EPFL).
Die Projektverantwortlichen und die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) vor der neuartigen Batterie an der ETH Lausanne (EPFL). © KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD
Die ETH Lausanne (EPFL) testet während 23 Monaten eine neuartige industrielle Batterie, die den Strom aus der Fotovoltaik auf dem Areal speichern und ein Stromnetz betreiben soll. Der Stromspeicher basiert auf Lithium-Titanat-Zellen.

Die Batterie ist so gross wie ein Schiffscontainer und kommt ohne weitere Gebäudehülle aus. Dieses Projekt könne eine Lücke bei den erneuerbaren Energien schliessen, sagte am Montag die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) vor den Medien in Lausanne.

Der Kanton Waadt übernahm zwei der 3,5 Millionen Franken Projektkosten. Die Waadtländer Umweltministerin bezeichnete den Stromspeicher als “Hoffnungsträger”, der die erneuerbaren Energien attraktiver mache.

Die Technik in der Batterie stammt vom Unternehmen Leclanché und ist bereits auf dem Markt, wie der Vizepräsident Fabrizio Marzolini sagte. Die Batterie ist mit Lithium-Titanat-Zellen ausgerüstet, die in Rekordzeit geladen und entladen werden können.

Diesen neuartigen Batteriezellen wird eine lange Lebensdauer zugeschrieben, weil sie bis zu 15’000 Zyklen verkraften. Bisherige Batterien können rund 3000 Mal aufgeladen und entladen werden. Keramikelemente trennen die Zellen und sorgen so für eine erhöhte Sicherheit.

Die am Montag in der EPFL gezeigte Batterie weist eine Leistung von rund 500 Kilowattstunden auf, was dem durchschnittlichen Verbrauch während eines Tages von fünfzig Haushalten entspricht. Der Test soll die künftig dezentrale Stromproduktion simulieren.

Energieforscher vermuten, dass anstatt von Grosskraftwerken wie AKWs oder Staumauern künftig eher kleine Solar- oder Windkraftwerke den Strom für die Haushalte von Dörfern oder Quartieren liefern werden.

Neben der Stromspeicherung wird deshalb vor allem auch die Informatik getestet, welche Stromproduktion und Verbrauch koordiniert. Dies werde eine Verwaltung in Echtzeit ermöglichen, sagte der zuständige Professor Mario Paolone.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen