Ethos-Präsident will Reduktion des Investments

Ethos-Präsident Dominique Biedermann fordert eine weitere Verkleinerung der Investmentbanken von UBS und Credit Suisse. (Archiv)
Ethos-Präsident Dominique Biedermann fordert eine weitere Verkleinerung der Investmentbanken von UBS und Credit Suisse. (Archiv) © KEYSTONE/WALTER BIERI
Ethos-Präsident Dominique Biedermann fordert eine weitere Verkleinerung der Investmentbanken von UBS und Credit Suisse. Die bisherigen Schritte reichten nicht aus, sagte der Präsident der Anlagestiftung in einem Interview mit der Zeitung “Schweiz am Sonntag”.

“Es ergibt Sinn, wenn CS oder UBS etwa reiche Unternehmer, deren Vermögen sie verwalten, bei der Übernahme eines Konkurrenten beraten. Aber die Investmentbank betreibt bei beiden noch zu viel Handel, was relativ viel Eigenkapital beansprucht. Das ist für die Schweizer Wirtschaft eine Gefahr”, sagte Biedermann.

Die neuen Eigenkapitalregeln für die Grossbanken seien nötig. “Was die Grossbanken nun an hartem Kernkapital halten müssen, nämlich fünf Franken pro hundert Franken Gesamtengagement, halten wir für das absolut notwendige Minimum”, sagte Biedermann.

Die Bilanzen der beiden Grossbanken seien zusammen doppelt so gross wie das Bruttoinlandprodukt der Schweiz. “Das ist ein gewaltiges Risiko, gegen das man sich schützen muss”, sagte Biedermann. Die Grossbanken seien immer noch “too big to fail”.

“Eine von ihnen untergehen zu lassen, kann sich die Schweiz nicht erlauben. Daher sollte sie in ein paar Jahren schauen, ob es mehr Eigenkapital braucht”, sagte Biedermann.

Zudem forderte der Ethos-Präsident, dass Pensionskassen von den Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ausgenommen würden. Es sei im Interesse aller, dass die Pensionskassen gute Renten erwirtschaften würden. Daher würden sie steuerlich bevorzugt. “Doch mit den Negativzinsen wird ihnen geschadet. De facto zahlen sie eine versteckte Steuer”, sagte Biedermann.

Wenn man annehme, dass die Pensionskassen ungefähr 5 Prozent ihres Vermögens liquid halten würden, koste sie das rund 300 Mio. bis 500 Mio. Fr. pro Jahr. Mit den Negativzinsen würden Schweizer Pensionskassen auf der Suche nach Renditen aus dem Schweizer Franken gedrängt. “Das kann es doch nicht sein”, sagte Biedermann.

Mehr im Ausland investieren könnten die Pensionskassen kaum. “Schliesslich zahlen sie die Renten in Franken aus.” Bei einer Zinswende würden die Pensionskassen zwar mehr Zinsen erhalten, wenn sie Obligationen kaufen würden. Aber sie würden auch gewaltige Verluste erleiden.

“Obligationen, die sie bereits in den Büchern haben, werden massiv an Wert verlieren. Da tickt eine Zeitbombe”, sagte Biedermann.

Überdies sollte die Macht sogenannter Ankeraktionäre besser geregelt werden, forderte der Ethos-Präsident. Es gehe längst nicht nur um Sika. Ankeraktionäre würden eine grosse Zahl börsenkotierter Unternehmen kontrollieren, ohne eine Mehrheit der Aktien zu besitzen. Oft würden sie ihre Macht missbrauchen.

“Wir wehren uns dagegen, dass der Ankeraktionär im Falle eines Besitzerwechsels den besseren Preis erhält als alle anderen Aktionäre”, sagte Biedermann. Die Eigentümerfamilie von Sika habe dies mit Hilfe einer Opting-out-Klausel probiert. Diese missbräuchliche Verwendung von Opting-out-Klauseln gehöre verboten.

Es brauche auch Änderungen bei den Stimmrechtsaktien. Ankeraktionäre könnten dank solcher Aktien zum Beispiel zehnmal mehr Stimmrechte haben, obwohl sie gleich viel bezahlten wie für gewöhnliche Aktien. “Wir sind der Meinung, dass es höchstens doppelt so viele Stimmrechte sein dürfen”, sagte Biedermann.

(SDA)


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