Aufatmen bei Air Berlin: Etihad-Pakt vorerst erlaubt

Gefürchtete Konkurrenten am Himmel über Europa: Ein Etihad-Jet im Landeanflug auf Abu Dhabi. (Archiv)
Gefürchtete Konkurrenten am Himmel über Europa: Ein Etihad-Jet im Landeanflug auf Abu Dhabi. (Archiv) © KEYSTONE/AP/KAMRAN JEBREILI
Der Start in den Winterflugplan ist gerettet: Die arabische Fluglinie Etihad darf nach einer Entscheidung des deutschen Verkehrsministeriums die umstrittenen Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin bis Anfang 2016 fortsetzen.

Etihad dürfe im beginnenden Winterflugplan die Codeshare-Verbindungen befristet bis zum 15. Januar im Flugprogramm behalten, teilte das Ministerium am Freitagabend mit. Bis dahin sollten die Fluglinien andere Arten der Zusammenarbeit finden. Die Genehmigung sei “letztmalig” verlängert worden.

Zuvor errang Etihad vor Gericht einen Etappensieg, mit dem Flüge für die nächsten zwei Wochen rechtlich abgesichert gewesen wären. Ohne die Einstweilige Verfügung wären die Routen ab diesem Sonntag illegal gewesen.

Bei Codeshare-Flügen erhalten Air-Berlin-Verbindungen eine Flugnummer von Etihad. Air Berlin erhöht damit die Auslastung der Flugzeuge, während Etihad mehr Ziele weltweit anbieten kann.

Gelöst ist der politische Streit um die Rechtmässigkeit der engen Partnerschaft zwischen Air Berlin und dem Geldgeber aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi damit nicht, sondern nur aufgeschoben.

Etihad-Chef James Hogan, dessen Airline seit vier Jahren grösster Aktionär und Geldgeber der schwerangeschlagenen Air Berlin ist, äusserte sich in deutlichen Worten: Die Codeshare-Flüge seien einer der entscheidenden Faktoren für die Investitionen bei Air Berlin gewesen.

Das Versäumnis der deutschen Regierung, die Codeshare-Flüge rechtzeitig zu genehmigen, werde Air Berlin schwerwiegend und wahrscheinlich sogar nachhaltig schädigen, sagte Hogan.

Die zweitgrösste deutsche Fluglinie nach der Lufthansa steckt seit längerem in der Krise – auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten keine Wende zum Besseren. Voriges Jahr flogen die Berliner mehr als eine Million Euro Verlust ein – pro Tag.

Der aktuelle Streit um die Codeshare-Routen entbrannte vor einem Jahr zwischen dem deutschen Verkehrsministerium und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Ansicht der deutschen Seite erlaubt ein Vertrag zwischen den Ländern nur etwa die Hälfte der 65 von Etihad für den Winter beantragten Codeshare-Flüge. Die Verhandlungen zogen sich ohne Lösung hin, obwohl der Winterflugplan bereits am Sonntag beginnt. Erst eine Klage von Etihad in Deutschland brachte wieder Bewegung in die Sache.

(SDA)


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