Weitere Hilfsmilliarden für Griechenland

Der neue Eurogruppen-Chef Mario Centeno und die EU-Finanzminister geben grünes Licht für weitere Hilfe für Griechenland.
Der neue Eurogruppen-Chef Mario Centeno und die EU-Finanzminister geben grünes Licht für weitere Hilfe für Griechenland. © KEYSTONE/EPA/STEPHANIE LECOCQ
Die Euro-Finanzminister haben weiteren Hilfsmilliarden für das hoch verschuldete Griechenland zugestimmt. Das Land habe nahezu alle bis hierher vereinbarten Spar- und Reformmassnahmen umgesetzt, erklärte der neue Eurogruppen-Vorsitzende Mario Centeno am Montagabend.

Unter der Voraussetzung, dass die letzten Schritte noch vollzogen werden, sollten demnach ab Februar rund 6,7 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Damit sollten unter anderem ausstehende Rückstände beglichen werden.

Ausserdem sollten Finanzpuffer für Athens Rückkehr an die Märkte aufgebaut werden, hiess es nach dem Treffen der Finanzminister des gemeinsamen Währungsgebiets in Brüssel.

Griechenland ist seit 2010 auf internationale Finanzhilfen angewiesen. Im Gegenzug muss das Land zahlreiche einschneidende Spar- und Reformmassnahmen umsetzen. Im derzeit laufenden dritten Hilfsprogramm stehen bis 20. August 2018 bis zu 86 Milliarden Euro bereit.

Das Wirtschaftswachstum hatte zuletzt wieder leicht angezogen, Experten gehen davon aus, dass Griechenland nicht die gesamte Kreditsumme benötigen wird.

Das Parlament in Athen hatte zuletzt ein grosses Bündel an Reformen gebilligt. Unter anderem ist darin eine Einschränkung des Streikrechts vorgesehen.

Die Euro-Finanzminister mahnten Griechenland nun, vor allem bei den Privatisierungen weiter Tempo zu machen. Athen peilte zuletzt an, nach der Verpachtung der zwei grössten Häfen Piräus und Thessaloniki weitere wichtige Hafenanlagen zu privatisieren.

Trotz der jahrelangen Reformbemühungen weist Griechenland nach wie vor mit rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung die mit Abstand höchste Gesamtverschuldung der Euro-Staaten auf.

In den kommenden Monaten dürfte vor allem die Frage nach einem reibungslosen Ende des griechischen Hilfsprogramms im August in den Mittelpunkt rücken. Nach dessen Abschluss will das Land wieder auf eigenen Beinen stehen und sich selbst finanzieren können. In diesem Zusammenhang dürfte auch die Debatte um mögliche Schuldenerleichterungen noch einmal an Bedeutung gewinnen.

«2018 wird für Griechenland ein entscheidendes Jahr werden», meinte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Die lange Zeit der Abhängigkeit von Finanzhilfen nähere sich dem Ende. «Die griechische Wirtschaft ist jetzt widerstandsfähiger.»

(SDA)


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