Eurobus-Chef: Keine «Rosinenpickerei»

Das private Unternehmen Eurobus plant den Betrieb von sieben Fernbuslinien in der Schweiz. (Archivbild)
Das private Unternehmen Eurobus plant den Betrieb von sieben Fernbuslinien in der Schweiz. (Archivbild) © KEYSTONE/PPR/EUROBUS
Der Chef von Eurobus hat Pläne für sieben Fernbuslinien in der Schweiz in einem Interview verteidigt und sich gegen den Vorwurf der «Rosinenpickerei» gewehrt. Sein Unternehmen wolle nicht der Bahn Kunden wegnehmen, sondern Autofahrer dazu bringen, den Bus zu benutzen.

Eurobus gehe es darum, das aktuelle Angebot zu ergänzen und die Bergregionen besser anzubinden, sagte Eurobus-Chef Andreas Meier in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Man habe sehr positive Rückmeldungen erhalten, von diversen kantonalen und lokalen Verkehrsämtern.

Eurobus wolle nicht den Regionalverkehr konkurrieren. Bei den geplanten Fernbuslinien von Zürich etwa nach Grindelwald BE und Davos GR gebe es unterwegs keine Einsteigemöglichkeiten in Interlaken BE oder in Landquart GR.

Eurobus reichte ein Konzessionsgesuch für sieben Linien ein. Unter anderem sind täglich zwei bis vier Verbindungen von Zürich nach Grindelwald und Davos geplant. Täglich bis zu sechs Mal will Eurobus von Bern nach Montreux VD fahren. Ebenfalls vorgesehen sind Verbindungen nach Basel, Genf und ins Tessin.

Auch der private Anbieter Domo Reisen reichte Konzessionsgesuche für die Linien St. Gallen – Zürich – Genf Flughafen, Zürich Flughafen – Basel – Lugano sowie Chur – Zürich – Sitten ein. Busse mit je 59 Zweitklassplätzen und zehn Erstklassplätzen sollen je ein bis zwei Mal pro Tag in beiden Richtungen verkehren. Das Bundesamt für Verkehr will im ersten Quartal dieses Jahres über das Anliegen entscheiden.

Die Verkehrskommission des Nationalrats hatte vergangene Woche mit Stichentscheid der Präsidentin eine Verschärfung des Personenbeförderungsgesetzes empfohlen. Demnach sollen Fernbuslinien keine Konkurrenz zum bestehenden Angebot im öffentlichen Verkehr sein. Es gehe darum, «Rosinenpickerei» auf besonders lukrativen Strecken zu verhindern.

Der Ständerat hatte im Dezember entschieden, den Fernbusverkehr in der Schweiz nicht vollständig zu liberalisieren. Er lehnte eine Motion aus dem Nationalrat oppositionslos ab.

(SDA)


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