Europacup-Träume als Klotz am Bein

Martin Schmidt hofft, dass seine Equipe die Lehren aus dem Heimspiel gegen Köln gezogen hat
Martin Schmidt hofft, dass seine Equipe die Lehren aus dem Heimspiel gegen Köln gezogen hat © KEYSTONE/EPA DPA/TORSTEN SILZ
Mainz 05 war am Sonntag zwischenzeitlich nur noch einen Punkt von Rang 4 der Bundesliga entfernt. Diese Gedanken hätten wie ein Klotz am Bein gewirkt, so Coach Martin Schmidt.

Trotz der schwer verdaulichen 2:3-Heimniederlage gegen Köln will Mainz-Trainer Martin Schmidt nicht nachkarten und sich lieber auf eine eher lockere Trainingswoche freuen. “Den Mahner, den Bremser muss ich nicht geben”, so der Walliser. “Die Videoanalyse kann ich mir sparen, die Jungs wissen selbst, dass die Arbeit gegen den Ball ungenügend war.”

Psychologische Fähigkeiten braucht der 49-Jährige aber schon, um seiner Equipe die richtigen Lehren aus der Heimpleite aufzuzeigen. Dabei hätte alles gut werden können nach den beiden Toren durch Jhon Cordoba (8.) und Leon Balogun (49.). Platz 5 mit 48 Punkten war nach dem zwischenzeitlichen 2:0 nahe, der Champions-League-Qualifikationsrang 4 vorübergehend nur noch einen Punkt entfernt. Die Mainzer Fans skandierten schon “Europapokal”, doch Schmidt weiss: “Das zweite Tor hat uns nicht gut getan, wir dachten, wir haben was erreicht. Jeder sieht die Tabelle vor dem geistigen Auge.” Diese Gedanken hätten wie ein Klotz am Bein der Mainzer gewirkt.

Mit dem Anschlusstreffer des ehemaligen Mainzers Marcel Risse (64.) brachen alle Dämme, die Tore durch Milos Jojic (74.) und Anthony Modeste (83.) waren symbolisch für den Verlust der ureigensten Tugenden im Mainzer Spiel. “Da ging alles den Bach runter. Wir brauchen Tempo, Laufleistung, Sprints, Zweikämpfe, sonst haben wir im Derby in Frankfurt nichts zu suchen”, schimpfte Schmidt. “Alle Statistiken haben wir verloren. Das muss in die Köpfe rein. So wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, kannst du kein Spiel gewinnen”, meinte der Schweizer, der in Mainz auch gerne mal als “Bergdoktor” tituliert wird.

“Von der Champions League quasselt jetzt keiner mehr”, so der gebürtige Kölner Christian Clemens. Ähnlich sah es sein Trainer: “Wenn wir uns mit der Performance der zweiten Halbzeit mit einem 2:1 davongeschlichen hätten, hätten wir nächste Woche einen vor den Latz bekommen. Jetzt können wir daraus lernen, was wir erlebt haben.”

Vier Runden vor Schluss ist Mainz mit 45 Punkten im 6. Rang der Bundesliga klassiert. Der Vorsprung auf Platz 8 beträgt sechs Punkte. Gewinnt Bayern München am Dienstag den Cup-Halbfinal gegen Werder Bremen, reicht in dieser Saison bereits Platz 7 für die Europa League. Am kommenden Sonntag gastieren die Mainzer beim Tabellenvorletzten Eintracht Frankfurt.

(SDA)


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