Ex-Chef von Calida fliegt auch aus dem Verwaltungsrat

Der langjährige Chef Felix Sulzberger muss Calida verlassen. Nach seinem Abgang als CEO sprach sich die Generalversammlung gegen seinen Verbleib im Verwaltungsrat aus (Archiv).
Der langjährige Chef Felix Sulzberger muss Calida verlassen. Nach seinem Abgang als CEO sprach sich die Generalversammlung gegen seinen Verbleib im Verwaltungsrat aus (Archiv). © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der abgetretene Calida-Chef Felix Sulzberger darf nicht im Verwaltungsrat der Bekleidungsgruppe bleiben. Eine Mehrheit der Aktionäre hat seinem Rauswurf an der Generalversammlung zugestimmt. Sie folgte dem Willen des Verwaltungsrats und der Gründerfamilie.

Der im April 2016 nach 14 Jahren als CEO zurückgetretene Sulzberger erhielt an der Generalversammlung am Donnerstagnachmittag in Luzern von den 266 Aktionären nur rund 40 Prozent der Stimmen. Calida trennt sich damit vollständig von Sulzberger.

Die Absetzung verlangt hatten Verwaltungsratspräsident Thomas Lustenberger und die übrigen Verwaltungsratskollegen. Hinter der Forderung stand auch die grösste Aktionärin, die Familie Kellenberger mit einem Besitzanteil von 34,5 Prozent.

Der Vertreter der Gründerfamilie, Erich Kellenberger, sprach nach 15 Jahren erstmals wieder an einer Generalversammlung. Man sehe mit Freude, wie der neue CEO an die Arbeit herangehe. Dieser brauche für die Umsetzung der neuen Strategie ein stabiles Umfeld.

Vizeverwaltungsratspräsident Marco Gadola sagte, es gebe nur eine einzige Unstimmigkeit und diese bestehe zwischen dem Verwaltungsrat und dem abgetretenen CEO Felix Sulzberger. Ein gespaltener Verwaltungsrat sei jedoch höchst schädlich für das Unternehmen.

Sulzberger sagte zuvor vor den versammelten Aktionären, dem derzeitigen Verwaltungsrat fehle das nötige Wissen, das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Die Mitglieder seien zu weit vom operativen Geschäft entfernt. Weiter bedauerte er, dass kritische Stimmen im Verwaltungsrat nicht erwünscht seien. Er sei aber überzeugt, dass ein Unternehmen ohne kritische Stimmen nicht erfolgreich sein könne.

Für eine Wiederwahl hatte sich vor allem der zweitgrösste Aktionär eingesetzt. Die luxemburgischen Investorengruppe Micalux hält 16,3 Prozent der Aktien.

Hintergrund für den Streit ist ein Machtkampf der beiden Grossaktionären um die künftige Ausrichtung des Kleider- und Wäscheherstellers. Felix Sulzberger wollte das Wachstum der Calida Gruppe mit weiteren Zukäufen forcieren. Der übrige Verwaltungsrat hingegen setzt mit dem neuen CEO Reiner Pichler auf die heutigen Calida-Marken. Für ihn stehen Akquisitionen nicht mehr im Vordergrund.

(SDA)


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