Ex Libris schliesst drei Viertel aller Filialen

Die meisten Ex-Libris-Filialen werden geschlossen.
Die meisten Ex-Libris-Filialen werden geschlossen. © KEYSTONE/Gaetan Bally
Die Migrostochter Ex Libris baut jede dritte Stelle ab und schliesst drei Viertel aller Filialen. Im FM1-Land wird es künftig nur noch drei Filialen geben. Ex Libris will eine Online-Händlerin mit dem Fokus auf Bücher sein.

Die Ex-Libris-Filiale im Pizolpark Mels, die Filiale in Wil und der Ex-Libris-Shop in Rapperswil bleiben dem FM1-Land erhalten. Die übrigen Filialen werden geschlossen. «Wir haben alle Filialen genau geprüft und sind zum Schluss gekommen, dass diese drei Standorte am meisten rentieren. Kundinnen und Kunden stöbern hier nicht nur, sondern sie kaufen ein», sagt Marie-Christine Schindler, Mediensprecherin von Ex-Libris.

Ex Libris beschäftigt heute rund 330 Personen und betreibt 57 Filialen. In einem Jahr werden es noch 215 Arbeitsplätze und 14 Filialen sein, wie die Migros am Mittwoch mitteilte. Ex Libris hat gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband und der Personalkommission einen Sozialplan mit flankierenden Massnahmen erarbeitet. «Das Thema beschäftigt uns sehr. Es fällt uns schwer, so viele Stellen zu streichen», sagt Marie-Christine Schindler. «Wir stellen den Angestellten auch zwei Spzialisten zur Seite. Es wird Gespräche und Workshops geben, damit sie bei der Stellensuche optimal begleitet werden.  Uns ist es sehr wichtig, mit den Mitarbeitern eng im Gespräch zu bleiben.» Ex Libris versuche zudem auch, den betroffenen Angestellten innerhalb und ausserhalb der Migros-Gruppe eine Stelle zu vermitteln.

Online-Shop wird vorangetrieben

Die Migros begründet die drastische Massnahme mit dem Strukturwandel in der Branche. So spüre auch Ex Libris den Preiszerfall durch die Frankenstärke und den aggressiven Preiskampf der internationalen Online-Konkurrenz, heisst es in der Mitteilung. Das trifft insbesondere den stationären Handel. «Das Konsumverhalten der Menschen hat sich verändert. Unsere Kunden kaufen immer mehr im Internet ein. Ausserdem werden Filme, Musik oder auch Bücher immer öfters digitalisiert konsumiert.  Diese Produkte kauft man nicht mehr in den Filialen ein, sondern eben online», sagt Marie-Christine Schindler. Für das Geschäftsjahr 2017 meldet Ex Libris für die Filialen einen erneuten Umsatzeinbruch um 15 Prozent. Der Online-Shop von Ex Libris dagegen hat die Verkäufe um 8 Prozent steigern können.

Aufgrund dieser anhaltenden Umwälzung hat Ex Libris bereits in den letzten Jahren den stationären Handel zurück- und den Onlineshop hochgefahren. Seit 2010 hat die Medienhändlerin bereits 60 Filialen geschlossen. Der Online-Shop macht heute bereits über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. «Wir wollen an unserem Liefertempo arbeiten und mehr Artikel in kürzerer Zeit liefern. Ausserdem soll der Online-Shop ausgebaut werden, beispielsweise mit mehr Leseproben oder Online-Bewertungen», so Marie-Christine Schindler.

Mehrkanal-Strategie bleibt

Künftig will sich das Unternehmen auf den Online-Handel konzentrieren. An 14 Filialen und damit an der so genannten Omni-Channel-Strategie hält Ex Libris jedoch fest, um als Marke in der Öffentlichkeit weiterhin präsent zu bleiben und vor allem nach wie vor Anlaufstellen für die Kundschaft zu haben.

Bei den Produkten will sich Ex Libris wieder verstärkt als Buchhändlerin präsentieren. Im Gegensatz zu Filmen, Musik und Spiele wächst nämlich laut Ex Libris der Absatz von Büchern wieder. «Bücher sind unser Kernangebot, Ex-Libris hat seinen Ursprung im Buch», so Marie-Christine Schindler. «Für uns ist das Buch weiterhin das wichtigste Produkt mit dem wir am meisten Umsatz machen.»

Diese Filialen im FM1-Land schliessen:

Amriswil, Arbon, Chur, Frauenfeld, Glarus, Gossau, Haag, Rorschach, St.Gallen, St.Margrethen, Weinfelden

Diese Filialen im FM1-Land bleiben:

Pizolpark (Mels), Rapperswil, Wil

(SDA/red.)


Newsletter abonnieren
4Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel