Exploit: Ausgerechnet Itten schiesst den FCB ab

Von David Lendi
Überraschender Sieg: Die St.Galler freuen sich über das gewonnene Meisterschaftsspiel gegen Basel
Überraschender Sieg: Die St.Galler freuen sich über das gewonnene Meisterschaftsspiel gegen Basel © Keystone/Georgios Kefalas
Der FC St.Gallen verpasst dem FC Basel im Kampf um den Meistertitel eine heftige Ohrfeige. Die Espen schlagen den amtierenden Meister vor knapp 23’000 Zuschauer völlig überraschend aber nicht unverdient mit 2:0. Die Geschichte des Spiels schrieb Basels Leihgabe Cedric Itten. Er war für beide Treffer verantwortlich.

Tor

Dejan Stojanovic, Note: 5

Wenn man in Basel als Gäste-Torwart zu Null spielt, erübrigt sich eine Bewertung. Ein sehr starker Vortrag von der neuen Nummer eins. Blieb die Ruhe selbst und agierte in fast jeder Situation sehr stilsicher.

Verteidigung

Silvan Hefti, Note: 4,5

Sein Foulspiel im Strafraum gegen Ex-Kollege Albian Ajeti war unnötig. Zum Glück scheiterte Van Wolfswinkel vom Punkt. Im Vergleich zu den letzten Spielen konnte er sich aber steigern.

Alain Wiss, Note: 5

Er wird seiner Rolle als Chef in der Abwehr immer mehr gerecht. Aus Luzern als «Sechser» geholt, mausert er sich im Abwehrzentrum zum Leistungsträger.

Jasper van der Werff, Note: 5

Der 19-jährige Bursche vom FC Speicher schaffte es für Gönitzer in die Startelf und wird auf dieser Position auch in Zukunft für Konkurrenzkampf sorgen. Er liess sich von der Kulisse im «Joggeli» nicht beeindrucken und zeigte einen vielversprechenden und beinahe fehlerfreien Auftritt.

Mittelfeld

Marco Aratore, Note: 4,5

Stellte sich in den Dienst der Mannschaft und erfüllte vor allem seine defensiven Pflichten. Nach 70 Minuten machte er für den gelernten Verteidiger Philippe Koch Platz.

Runar Sigurjonsson, Note: 4,5

Der Isländer bewahrte kühles Blut und spielte vor der Abwehr eine unaufgeregte Partie.

Andreas Wittwer, Note: 4,5

Er schaffte es von der Tribüne direkt in die Startaufstellung. Der Berner im Dienste der St.Galler liess defensiv wenig anbrennen und war beim 1:0 nach 52 Minuten im Zusammenspiel mit Itten direkt beteiligt.

Peter Tschernegg, Note: 4,5

Zeigte nach seinem schwachen FCZ-Spiel eine deutliche Reaktion. War bissig, brachte Ruhe ins Spiel und gewann viele Zweikämpfe.

Tranquillo Barnetta, Note: 4,5

Der Captain wurde seiner Rolle im Mittelfeld gerecht. Er ging weite Wege und riss seine Mitspieler in der Manier eines Führungsspielers mit. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen. Nach 80 Minuten kam Assistgeber Kukuruzovic für ihn auf den Platz.

Sturm

Nassim Ben Khalifa, Note: 4

Konnte seinen Startelf-Einsatz nicht rechtfertigen und blieb vieles schuldig. Das fehlende Selbstvertrauen konnte er nicht verbergen. Trotzdem stocherte er kurz vor dem 1:0 entscheidend nach und ebnete den Weg zum Auswärtssieg. Nach 77 Minuten wurde er durch Tafer ersetzt.

Cedric Itten, Note: 5,5

«Er kann den Ball gut halten und ist physisch präsent», lobte ihn Giorgio Contini an der Medienkonferenz. In Basel bewies er, dass er nicht viele Chancen braucht. Beim 1:0 war es einzig und allein der pure Wille, beim 2:0 brillierte er mit fussballerischer Klasse.

FM1Today-Teamschnitt: 4,7

Das letzte Erfolgserlebnis in Basel liegt lange zurück. Im August 2014 führte Albert Bunjaku mit einem Doppelpack die Espen zum letzten Vollerfolg. Diese Geschichte wiederholte sich. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, machte es ihm Basels Leihgabe Cedric Itten gleich. Dank seinem Doppelpack in der zweiten Halbzeit kommen die Espen völlig unverhofft zu drei Punkten.

Wie zu erwarten, hatten die Basler deutlich mehr vom Spielgeschehen. Der verschossene Elfmeter von van Wolfswinkel nach 24 Minuten war aber sinnbildlich für die Leistung der Heimmannschaft. Richtig zwingende Möglichkeiten der Basler konnte man an einer Hand abzählen. Trotzdem darf man die Leistung der Espen nicht klein reden. Dass die Mannschaft in dieser Zusammensetzung noch keinen Ernstkampf bestritten hat und auf fünf Positionen verändert wurde, war über die ganze Spieldauer nicht zu erkennen. Die Espen haben sich die drei Punkte mit einem beherzten und kämpferisch einwandfreien Auftritt verdient. Auch solche Attribute werden manchmal im Fussball belohnt.

Dank dieses Siegs steht die Mannschaft von Giorgio Contini vor einer ruhigen Woche. Das happige Startprogramm gegen die Top drei der Liga wäre somit überstanden. Nächste Woche ist der Tabellenvierte aus dem Tessin im Kybunpark zu Gast, welcher zeitgleich gegen GC gewann. Die Espen müssen gewarnt sein, denn Lugano hat einen Lauf. Gegen GC feierten die Luganesi den vierten Sieg in Folge und sind seit über 400 Minuten ohne Gegentor. Anpfiff ist um 16 Uhr.


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