Fabrikschliessungen bei Sulzer angesichts rückläufiger Bestellungen

Der Winterthurer Traditionskonzern Sulzer schnallt den Gürtel angesichts der schwächelnden Nachfrage enger.
Der Winterthurer Traditionskonzern Sulzer schnallt den Gürtel angesichts der schwächelnden Nachfrage enger. © KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Der Industriekonzern Sulzer reduziert angesichts des weiterhin schleppenden Auftragseingangs seine Produktionskapazitäten im Ausland. Die Pumpenfabrik im texanischen Brookshire werde geschlossen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Zudem erwägt Sulzer, die Giesserei im finnischen Kotka aufzugeben. In Brookshire sind 87 Angestellte betroffen, in Kotka wären es 175, wie ein Sulzer-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Die Einsparungen erfolgen im Rahmen des laufenden Restrukturierungsprogramms. Im August hatte Sulzer bereits angekündigt, Produktionskapazitäten in Brasilien, den USA und China zu reduzieren, was 400 Stellen kostet.

Der auf Pumpen, rotierende Maschinen sowie Trenn-, Reaktions-und Mischtechnologie spezialisierte Traditionskonzern leidet weiterhin unter der Nachfrageschwäche aus dem Öl- und Gasmarkt und aus China. In den ersten neun Monaten 2015 sank der Bestellungseingang insgesamt um 1,4 Prozent auf 2,268 Milliarden Franken, wie Sulzer weiter bekannt gab.

Ohne Währungseffekte hätte ein Plus von 3,0 Prozent resultiert. Dabei legte das Pumpengeschäft um 1,1 Prozent und die Chemtech-Sparte gar um 15,3 Prozent zu, während bei den rotierenden Maschinen ein Bestellungsrückgang von 3,2 Prozent resultierte.

Mit dem Bestellungseingang liegt Sulzer im unteren Bereich der Erwartungen von Analysten. Die wachsenden Herausforderungen im Öl-und Gasmarkt sowie in China hätten teilweise durch Wachstum in anderen Segmenten und durch Einsparungen kompensiert werden können, schreibt Sulzer im Communiqué.

Für das Gesamtjahr 2015 bestätigt Sulzer seine Prognose und erwartet einen leichten Rückgang des Bestellungseingangs sowie einen moderaten Rückgang des Umsatzes auf währungsbereinigter Basis. Sulzer geht nun davon aus, dass das währungsbereinigte operative Ergebnis (EBITA) um 10 bis 15 Prozent niedriger ausfallen wird als 2014.

Sulzer machte zuletzt Schlagzeilen mit dem überraschenden Rücktritt des Konzernchefs Klaus Stahlmann. Seit August ist Finanzchef Thomas Dittrich auch CEO ad interim.

Und der russische Milliardär Viktor Vekselberg hatte mit Blick auf eine mögliche Kapitalerhöhung bei Sulzer im August ein Pflichtangebot zum Mindestpreis lanciert. Er erhielt dabei ungewollt viele Aktien angedient. Nach Ablauf der Nachfrist kam er auf einen Mehrheitsanteil von fast 63 Prozent an Sulzer.

Die Transaktion ist allerdings noch nicht abgewickelt, weil die Zustimmung von Wettbewerbsbehörden aussteht. Denn zwischen Sulzer und anderen Beteiligungen Vekselbergs könnte es kartellrechtlich problematische Überschneidungen geben. Weder dazu, noch zu möglichen Kapitalmassnahmen oder dem künftigen CEO gab es im Communiqué Angaben.

(SDA)


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