Fahrverbote wegen Smog in Italien

Auch in Milano wird ein temporäres Fahrverbot verhängt.
Auch in Milano wird ein temporäres Fahrverbot verhängt. © Keystone/EPA/STEFANO PORTA
Mit Fahrverboten wollen die grossen italienischen Städte die hohe Luftbelastung senken. Ausserdem sollen die Menschen mit Vergünstigungen im Nahverkehr motiviert werden, ihr Auto stehen zu lassen. Die Städte leiden bei dem sonnig-trockenen und windarmen Winterwetter unter enormer Feinstaubkonzentration.

In Mailand, der zweitgrössten Stadt des Landes, gilt ab Montag an bis Mittwoch in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr ein weitgehendes Fahrverbot für Privatwagen. Auch einige Vororte und die südlich von Mailand gelegene Stadt Pavia schlossen sich dem laut Medienberichten an.

Ausnahmen gelten unter anderem für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Arbeitnehmer, die nachweisen können, dass es keine öffentlichen Verkehrsmittel zu ihrem Arbeitsplatz gibt, dürfen ebenfalls das Auto benutzen.

Einzelfahrscheine vergünstigt

In Rom hatten die Behörden zunächst ein zweitägiges Fahrverbot für Montag und Dienstag verhängt, diese Entscheidung aber kurz darauf wieder gekippt. Nun sollen an den beiden Tagen, wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen, nur jeweils die Autos mit einer geraden oder ungeraden Endziffer auf dem Nummernschild zu den Hauptverkehrszeiten stillstehen.

Ausserdem sollen im öffentlichen Nahverkehr in Rom Einzelfahrscheine am Montag und Dienstag erstmals den ganzen Tag über gelten. In Mailand gilt dies schon seit Mitte Dezember. In Turin gibt es solche Vergünstigung von Samstag bis Dienstag.

Grenzwert mehrfach überschritten

In den vier grössten Gemeinden des Landes – Rom, Mailand, Neapel und Turin – wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft in diesem Jahr schon an mehr als den eigentlich zulässigen 35 Tagen überschritten.

In Neapel sind laut Presseberichten in der nächsten Woche ebenfalls Fahrverbote geplant. Palermo auf Sizilien will die Altstadt demnach bis zum 6. Januar zur Fussgängerzone machen.

Einige Orte greifen im Kampf gegen den Feinstaub zu ungewöhnlichen Massnahmen: Wie die Zeitung “La Repubblica” berichtete, verbot der Bürgermeister von San Vitaliano nordöstlich von Neapel bis zum Ende des Winters das Pizzabacken im Holzofen. Es gab Zweifel, ob dieses Verbot in der Heimat der Pizza durchsetzbar sei.

(sda)


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