Fall Ullrich wird neu aufgerollt

Jan Ullrich muss sich noch einmal für seinen Verkehrsunfall verantworten.
Jan Ullrich muss sich noch einmal für seinen Verkehrsunfall verantworten. © EPA/OLIVIER HOSLET
Ex-Radprofi Jan Ullrich muss wieder vor Gericht. Ein neuer Staatsanwalt bearbeitet den Verkehrsunfall, den er 2014 verursacht hat, neu.

Im Mai 2014 hat Jan Ullrich bei Mattwil im Kanton Thurgau einen Autounfall verursacht . Er war viel zu schnell unterwegs und hatte 1,8 Promille und Valium im Blut. Drei Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt, zwei Personen wurden dabei verletzt.

Im Mai 2014 verursachte Jan Ullrich einen schweren Autounfall in Mattwil. Er fuhr das Auto links. Keystone/Kapo Thurgau

Diesen Sommer noch hatte der im Thurgau lebende ehemalige Spitzensportler auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft gehofft. In einem abgekürzten Verfahren einigten sich die Parteien auf 18 Monate Gefängnis bedingt und 10’000 Franken Busse für Ullrich. Nun wird nichts daraus. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell rollt den Fall neu auf, wie die “SonntagsZeitung” schreibt.

Das Bezirksgericht Weinfelden wies die Anklageschrift im Sommer zurück und liess den Prozess platzen. Unter anderem war strittig, wie schnell Ullrich gefahren war. Auch die Aussage des Ex-Radprofis, er sei vom Bremspedal gerutscht, erschien den Richtern als Schutzbehauptung. Ein Gutachten zeigte, dass Ullrichs Audi zwischen 143 und 160 km/h fuhr, ein anderes, dass er auch “nur” mit 139 km/h unterwegs gewesen sein könnte. Die Schwelle ist wichtig, denn ab 140km/h droht ein schärferes Urteil für Raser. Sprich: eine unbedingte Haftstrafe.

Die zuvor zuständige Staatsanwältin hat den Fall abgegeben. Jetzt bearbeitet ein neuer Staatsanwalt den Fall. Der Wechsel habe nichts mit der Kritik an der Staatsanwältin zu tun, die das abgekürzte Verfahren geführt habe, sagte Stefan Haffter, Mediensprecher und stellvertretender Generalstaatsanwalt Thurgau gegenüber der “SonntagsZeitung”.

Markus Neff, Anwalt von Jan Ullrich, hält die Auswechslung für korrekt. Ob auch die Richter für den Fall wegen Befangeheit ausgetauscht werden müssen, will er noch offen lassen. (red)


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