Drei Jahre Freiheitsstrafe für falschen Model-Agenten

Er versprach einer 15-jährigen St.Gallerin einen Model-Vertrag und eine Party mit Heidi Klum – dann vergewaltige er sie im Solarium und in einem Hotelzimmer. Vom Kreisgericht St.Gallen wird der falsche Model-Agent heute wegen Schändung und Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und Schadenersatz von 18’000 Franken verurteilt.

“Sie haben den Traum einer jungen Frau schamlos ausgenützt”, stellt der Richter während der Eröffnung des Urteils fest. Zusätzlich zur Freiheitsstrafe und zum Schadenersatz erhält der 35-jährige Luzerner eine therapeutische Massnahme und trägt die Verfahrenskosten. Damit folgt das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Forderung des Opfers. Auch die Verteidigung opponiert nicht gegen das Urteil.

Schuld unbestritten

Der Angeklagte bestreitet seine Taten aus dem Jahr 2009 nicht. Erstmals hat er sein Opfer in einem Solarium missbraucht. “Ich habe Druck ausgeübt, bis sie dem Petting zustimmte”, sagt der Angeklagte. Danach habe er ihre Geschlechtsteile berührt und sei in sie eingedrungen.

Einige Tage später fuhr er mit dem Opfer nach Basel unter dem Vorwand, eine Model-Party zu besuchen. Doch der Abend endete mit zweifachem Geschlechtsverkehr. Er habe gelogen und manipuliert, um sein 15-jähriges Opfer ins Bett zu bekommen. Auch als dieses sich wehrte, habe er bewusst weitergemacht. “Ich wusste ganz genau, was ich mache”, sagt er heute während der Befragung vor dem Kreisgericht St.Gallen. In einem der beiden Fälle kommt das Kreisgericht zum Urteil Vergewaltigung.

Opfer fordert 18’000 Franken

Das Opfer war an der Gerichtsverhandlung nicht anwesend. Die Anwältin berichtet, das Opfer habe bis heute keine therapeutische Behandlung in Anspruch genommen.

Der Angeklagte habe mit dem Model-Vertrag Hoffnungen und Erwartungen geweckt. Das Opfer habe sich auserwählt gefühlt, die Schule abgebrochen und den Sprung in die Arbeitswelt nicht geschafft. “Das Opfer bedauert es täglich, auf den Angeklagten hereingefallen zu sein”, sagt die Anwältin. Es wird eine Genugtuung von 18’000 Franken gefordert.

Verteidigung willigt ein

Die Staatsanwaltschaft fordert eine dreijährige Freitheitsstrafe und gibt zu bedenken, dass gemäss eines Gutachtens ein hohes Rückfallrisiko beim Angeklagten bestehe. Der Verteidiger des Angeklagten ist mit diesem Strafmass einverstanden und anerkennt auch die Zivilforderung von 18’000 Franken. Zusätzlich wolle man auch therapeutische Massnahmen beim Opfer übernehmen.

Ticker zum Nachlesen

 

15-Jährige sexuell missbraucht
11:10 | rr

Die Verhandlung ist beendet. Das Urteil wird heute Nachmittag eröffnet.
11:09 | rr

Das Schlusswort hat der Angeklagte: "Ich bereue die Tat sehr und möchte die Konsequenzen daraus ziehen. Danke."
11:05 | rr

Der Verteidiger schliesst seine Ausführungen.
11:03 | rr

Der Angeklagte sitzt mit verschränkten Armen in der Mitte des Raums, sein Kopf ist schon längere Zeit leicht nach unten gesenkt.
11:00 | rr

Der Angeklagte habe sein manipulatives Verhalten reduziert.
11:00 | rr

Verteidiger: "Ich bin gut Hoffnung."
10:54 | rr

Der Verteidiger des Angeklagten äussert sich zur Therapie. Es sei unklar, wie es mit seinem Mandanten weitergehen soll. Eine Therapie werde wegen geringer Erfolgsaussichten ja nicht empfohlen.
10:46 | rr

Auch eine therapeutische Massnahme beim Opfer soll übernommen werden.
10:46 | rr

Die Zivilforderung von 18'000 wird anerkannt.
10:43 | rr

Die Anwältin des Opfers schliesst ihre Ausführungen ab. Jetzt spricht der Verteidiger. Auch er fordert dieselbe Strafe wie der Staatsanwalt.
10:42 | rr

Anwältin: "Das Opfer bedauert es täglich, auf den Angeklagten hereingefallen zu sein."
10:42 | rr

Der Angeklagte habe mit dem Model-Vertrag Hoffnungen und Erwartungen geweckt. Das Opfer habe sich auserwählt gefühlt, die Schule abgebrochen und den Sprung in die Arbeitswelt nicht geschafft.
10:40 | rr

Bis heute habe das Opfer keine therapeutische Unterstützung in Anspruch genommen. Erinnerungen würden immer wieder hochkommen.
10:40 | rr

Anwältin: "Sexuelle Übergriffe belasten eine Frau immer stark - insbesondere, wenn das Opfer noch Jungfrau war."
10:39 | rr

Die Forderung: Genugtuung von 18'000 Franken.
10:39 | rr

Jetzt spricht die Anwältin des Opfers. Das Opfer ist von der Verhandlung dispensiert.
10:38 | rr

Ebenfalls soll es für den Angeklagten eine stationäre Massnahme geben. Das Gutachten habe ein hohes Rückfallrisiko ergeben. Die Störung sei schwer behandelbar.
10:37 | rr

Der Staatsanwalt fordert drei Jahre Freiheitsstrafe.
10:36 | rr

Staatsanwalt: "Man muss hier eher von einem Lügenwolkenkratzer sprechen, als von einem Lügengebäude."
10:35 | rr

Der Angeklagte habe hoher manipulatives Geschick und strategisches Denken gezeigt.
10:35 | rr

Es folgt das Plädoyer des Staatsanwalts. Der Angeklagte sei wegen Schändung, mehrfacher Vergewaltigung und sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig zu sprechen.
10:33 | rr

Die Befragung ist abgeschlossen.
10:33 | rr

Angeklagter: "So eine Flucht ist mit viel Stress verbunden. Ich war zwar frei, fühlte mich aber in einem goldenen Käfig."
10:33 | rr

Nun folgt die Befragung der Staatsanwaltschaft: "Was hat den Wandel ausgelöst?"
10:31 | rr

"Ich will die Verantwortung mit Ehrlichkeit übernehmen."
10:31 | rr

Gerichtspräsident: "Sind Sie bereit sich einer Behandlung zu unterziehen?" Der Angeklagte bejaht.
10:30 | rr

Ein Gutachten brachte beim Angeklagten eine schwere Persönlichkeitsstörung mit psychopathischen Tendenzen zum Vorschein.
10:29 | rr

In Deutschland habe er vorübergehend eine Freundin gehabt. Diese ging zu Ende und im Februar 2015 sei er zurück in die Schweiz gekommen.
10:28 | rr

Der Angeklagte ist heute 35-jährig.
10:25 | rr

Das alles geschah im Jahr 2009.
10:23 | rr

Er sei dann abgetaucht, nach Deutschland geflüchtet und wollte sich der Verantwortung und den Konsequenzen entziehen.
10:22 | rr

Angeklagter: "Im weiteren Verlauf haben mich Kollegen auf St.Gallen gelockt und mich zur Rede gestellt. Als mich dann die Polizei gesucht hat, wusste ich genau, um was es ging."
10:21 | rr

Er habe kein gutes Gefühl gehabt, als er nach St.Gallen zurückgefahren sei.
10:21 | rr

Danach ging das Opfer duschen. Angeklagter: "Ich hatte eine Party erfunden, die es nicht gab und wollte es hinauszögern."
10:19 | rr

Er habe kein Kondom benutzt und sei nicht zum Orgasmus gekommen.
10:19 | rr

"Sie war mir ausgeliefert."
10:18 | rr

"Ich weiss nicht mehr, wieso ich weitergemacht habe."
10:18 | rr

Während dem Geschlechtsverkehr habe das Opfer geweint und ihn zum Aufhören aufgefordert. Er habe sich beim zweiten Mal darüber hinweggesetzt.
10:16 | rr

Angeklagter: "Was in Basel vorgefallen ist, empfinde ich heute persönlich als abscheulich."
10:14 | rr

Auf dem Zimmer habe er wieder erfundene Personen vorgeschoben, um den Druck zu erhöhen. "Mein Ziel war klar: Ich wollte mit ihr im Bett landen."
10:13 | rr

Angeklagter: "Ich wusste ganz genau, was ich mache."
10:12 | rr

Nach einem Drink an der Bar habe er das Opfer dann aufgefordert, duschen zu gehen.
10:12 | rr

Angeklagter: "Wir reisten zusammen nach Basel und sind um Mitternacht eingetroffen."
10:09 | rr

Jetzt geht es um die Vorfälle einige Tage später in Basel. Da wollte er "seine Masche" wieder abziehen.
10:09 | rr

Auch habe er über das Schutzalter von 16 Jahren Bescheid gewusst.
10:08 | rr

Er habe von der Mutter gewusst, dass das Opfer noch nicht 16 Jahre alt war.
10:08 | rr

Gerichtspräsident: "Haben Sie ein Kondom benutzt?" Angeklagter: "Nein. Warum weiss ich nicht."
10:07 | rr

Heute habe er Mühe damit, was er in diesem Vertrag geschrieben habe.
10:06 | rr

Der Richter fragt nach: "Hat das Opfer im Vertrag eingewilligt, mit Ihnen Geschlechtsverkehr zu haben?" Angeklagter: "Das ist korrekt."
10:06 | rr

"Durch meine Therapie konnte ich im Nachhinein eine Widerwilligkeit erkennen."
10:05 | rr

"Ich fingerte an ihren Geschlechtsteilen und bin dann in sie eingedrungen."
10:05 | rr

Angeklagter: "In einem Solarium habe ich weiter Druck ausgeübt, bis sie dem Petting zustimmte."
10:03 | rr

Dann habe er mit fingierten Anrufen den Druck auf das Opfer und die Angehörigen erhöht.
10:02 | rr

"Ich hatte wieder meinen fingierten Modelvertrag dabei. Es hat aber nicht so funktioniert wie sonst."
10:02 | rr

Jetzt geht es um das zweite Treffen. Angeklagter: "Ich wollte sie weiter manipulieren und auf meine Seite ziehen."
10:01 | rr

"Ich habe genau gewusst, was ich mache."
10:01 | rr

Angeklagter: "Ich habe gelogen, um die Mutter und die Schwester zu manipulieren. Die Masche ist mir gelungen."
10:00 | rr

Erstmals hat sich der Angeklagte mit dem Opfer bei dessen Eltern getroffen.
09:59 | rr

Der Kontakt zum Opfer kam anscheinend über eine Kollegin zustande.
09:56 | rr

Angeklagter: "Man kann im Gefängnis gut darüber nachdenken, was man gemacht hat."
09:56 | rr

Seit 2009 und den ersten Vernehmungen ist der Mann arbeitslos.
09:56 | rr

Er lebt zurzeit im Massnahmenzentrum Bitzi in Mosnang.
09:55 | rr

Der Angeklagte sitzt mit Fussfesseln breitbeinig im Gerichtssaal.
09:55 | rr

Der Prozess läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
09:54 | rr

Das Opfer ist für die heutige Verhandlung entschuldigt.
09:50 | rr

Stattdessen soll er sie missbraucht und vergewaltigt haben.
09:50 | rr

Angeklagt ist ein Luzerner, der einer 15-Jährigen aus dem Kanton St.Gallen einen Model-Vertrag versprochen hat und eine Party mit Heidi Klum.
09:48 | rr

Willkommen zum Live-Ticker von FM1Today zum Prozess vor dem Kreisgericht St.Gallen.


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