Familie Erb muss definitiv aus Schloss Eugensberg ausziehen

Das Bundesgericht lehnte seine Beschwerde ab: Rolf Erb nach der Urteilsverkündung des Zürcher Obergerichts am 15. Januar 2014. (Archiv)
Das Bundesgericht lehnte seine Beschwerde ab: Rolf Erb nach der Urteilsverkündung des Zürcher Obergerichts am 15. Januar 2014. (Archiv) © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Das Bundesgericht hat entschieden: Die Familie Erb muss aus dem Schloss Eugensberg in Salenstein ausziehen. Räumt die Familie das Schloss nicht bis Anfang Mai, droht ihr der polizeiliche Rauswurf.

Der verurteilte 65-jährige Betrüger Rolf Erb und seine Familie müssen das Schloss Eugensberg in Salenstein TG spätestens bis am 1. Mai verlassen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde von Erbs Lebenspartnerin abgewiesen. Es bestätigt damit in seinem am Dienstag publizierten Urteil den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau. Das begründete Urteil liegt noch nicht vor.

Erb verschenkte sein Vermögen der Familie

Das Konkursamt hatte ursprünglich verfügt, dass Erb und seine Familie das Schloss bis Ende Januar verlassen müssen. Eugensberg und weitere Vermögenswerte sind nach dem Zusammenbruch der Erb-Gruppe im Jahr 2002 der Konkursmasse zugeschlagen worden. Erb hatte das Schloss, das Inventar, Aktien, 13 Autos und Geld kurz vorher seiner Familie verschenkt. Im November 2015 bestätigte das Bundesgericht jedoch, dass die Werte zur Konkursmasse gehören.

Zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Geschichte

Rolf Erb wurde im Januar 2014 vom Obergericht des Kantons Zürich wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Das Bundesgericht bestätigte später dieses Urteil.

Erb war der letzte Konzernchef der Winterthurer Erb-Gruppe, die 2003 Konkurs ging. Der Fall gilt als zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Geschichte. Der Schaden soll sich auf mehrere Milliarden belaufen. Der letzte Konzernchef stritt stets alle Vorwürfe ab und schob die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zu. Dieser habe die Fäden in der Hand gehabt.

(sda)


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