«Fans und Fahrer haben uns motiviert»

Von Lara Abderhalden
Das Bergrennen Hemberg findet trotz Unfall nächstes Jahr wieder statt.
Das Bergrennen Hemberg findet trotz Unfall nächstes Jahr wieder statt. © zVg
Am Hemberg werden auch in Zukunft Autorennfahrer um die Kurven fetzen: Das Bergrennen Hemberg findet nächstes Jahr wieder statt. Nach dem Unfall des britischen Moderators Richard Hammond stand das Rennen auf der Kippe.

«Wir haben uns Gedanken gemacht, ob wir nach der Geschichte das Rennen erneut durchführen sollen», sagt OK-Präsident Christian Schmid. Am Anfang habe die Motivation gefehlt: «Wir sind aber froh, konnten wir uns aufraffen und die Vergangenheit hinter uns lassen.»

Beim Bergrennen dieses Jahr verunfallte der britische Moderator Richard Hammond. Er kam mit seinem Elektroauto beim Showblock von der Strasse ab und überschlug sich. Er musste mit einem gebrochenen Knie im Spital behandelt werden, FM1Today berichtete.

«Haben überwältigendes Feedback erhalten»

«Wir tragen die Vergangenheit in einem Rucksack mit uns. Wir können das Erlebte nicht ungeschehen machen. Wir haben aber aus den Erfahrungen gelernt und werden diese mitnehmen. Im Moment konzentrieren wir uns auf die Zukunft», sagt Christian Schmid.

Den Ausschlag für eine erneute Durchführung hätten letzten Endes die Fans und Fahrer gegeben: «Wir haben überwältigendes Feedback erhalten, bekamen Fluten von Fanpost von der breiten Öffentlichkeit und von Fahrern», dies habe sie motiviert, weiter zu machen. «Wir wurden von den Fans und den Fahrern getragen, die immer noch Freude am Bergrennen haben.»

Christian Schmid will die Vergangenheit hinter sich lassen. (Bild: TOZ/Stefanie Rohner)

Christian Schmid will die Vergangenheit hinter sich lassen. (Bild: TOZ/Stefanie Rohner)

Reduzierter Showblock

Die Vergangenheit hat dennoch kleinere Auswirkungen auf die Durchführung im kommenden Jahr: «Wir werden den Showblock reduzieren. Dieser beinhaltet bei Bergrennen jeweils ein erhöhtes Risiko», so Schmid. Er diene den Bergrennen als zusätzliche Einnahmequelle, habe in der Öffentlichkeit aber kein so gutes Bild mehr.

Genau wie den Einsatz von Elektroautos: «Elektroautos sind im Moment bei uns ein heikles Thema. Vielleicht werden wir Elektroautos nur noch in einem Werbeblock einsetzen und sie langsam den Berg hinauf fahren lassen, das ist aber noch offen.»

Neues einzigartiges Töffrennen

Neu gibt es zusätzlich ein Töffrennen und zwar das erste seiner Art: «Wir arbeiten gemeinsam mit dem Töffverband an einer absoluten Neuerung, einem Motorrad-Bergrennen.» Lizenzierte Töfffahrer werden zwischen den Automobilrennläufen auf der gleichen Strecke im Einsatz sein. Wie dieses Rennen genau funktioniert, ist noch nicht in Stein gemeisselt. Möglich ist ein Cup-System bei dem immer vier Fahrer gleichzeitig starten und so eine Runde weiterkommen oder ausscheiden.

Gefährlicher als übliche Motorradrennen sei dieses Rennen nicht: «Motorradfahrer sind sich gewöhnt, eng beieinander zu fahren. Die fahren teilweise mit 30 anderen Fahrern auf eine Spitzkehre zu.»

Verhandlungen mit Produktionsfirma laufen

Christian Schmid erzählt von der Neuerung voller Freude und Stolz. Man merkt, dass man gewillt ist, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dennoch die Suppe ist noch nicht ganz ausgelöffelt. Nachdem das Bergrennen dem Autosport Schweiz (ASS) eine Busse von 5000 Franken zahlen musste, laufen immer noch Verhandlungen mit der Produktionsfirma. «Mit Richard Hammond hatten wir keinen direkten Kontakt mehr.»

Ob und welcher Star das Toggenburg am 9./10. Juni 2018 beehren wird, soweit ist man in der Planung noch nicht: «Das schönste ist, dass wir das Bergrennen erneut anpacken und durchführen können. Wir freuen uns auf ein schönes Rennen.»

Hammond grüsste nach dem Vorfall im Juni aus dem Kantonsspital St.Gallen:

(abl)


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