Kein Tag für den FC St.Gallen

Nach dem Spiel bilden die St.Galler Spieler einen Kreis.
Nach dem Spiel bilden die St.Galler Spieler einen Kreis. © FB/FC St.Gallen
Das war wohl nichts! Die St.Galler gehen in Zürich unter. Die Grasshoppers treffen gleich dreimal – 3:1 das Schlussresultat. GC war klar die bessere Mannschaft. Die St.Galler Defensive stand bei vielen Aktionen schlecht da.

«Wir haben bei diesem Spiel während höchstens 20 Minuten gezeigt, dass wir gewinnen wollen», sagt Joe Zinnbauer nach der 3:1 Niederlage gegen GC im Letzigrund. Dies sei zu wenig: «Wir müssen wieder die Mannschaft werden, die wir zu Beginn der Rückrunde waren.»

»Wir haben einfach schlecht gespielt»

Auch Nzuzi Toko, der heute überraschend auf der Aussenbahn spielte statt im defensiven Mittelfeld, ist mit dem Resultat nicht zufrieden: «Es ist enttäuschend. Der Trainer hat etwas versucht, leider hat es nicht so geklappt wie erwünscht.»

Für Daniel Lopar war es bis zur 60. Minute ein ausgeglichenes Spiel: «Dann wurden wir eiskalt ausgekontert.» Dass die Mannschaft keine Einheit war, dies glauben Lopar und Toko nicht: «Wir sind gut ins Spiel gekommen. Das erste Tor hat uns ausser Takt gebracht», so Toko. Daniel Lopar sagt geradeaus: «Es lag nicht daran, dass wir keine Einheit waren. Wir haben einfach schlecht gespielt.»

«Wir dürfen uns nicht verrückt machen»

Es ist bereits die zweite Niederlage in Folge. In der Rückrunde hat der FC St.Gallen bis jetzt zwei Spiele gewonnen, drei verloren und in vier Spielen gab es ein Untenschieden. Nicht gerade die Bilanz die sich ein Trainer wünscht? «Uns fehlt die Routine auf dem Platz. Wir dürfen uns jetzt aber nicht verrückt machen. Klar ist es noch ein langer Weg, aber auch die Rückrunde dauert noch eine Weile», sagt Joe Zinnbauer.

Mehr Aggressivität

Vor allem in Punkto Aggressivität sei noch viel Luft nach oben. Ausserdem müsse man wieder konstant den Ball haben. An der Verteidigung habe Joe Zinnbauer zwar in der vergangenen Woche vermehrt gearbeitet, leider bekam man davon in Zürich nichts zu Gesicht. «Wir stolpern im Moment ein bisschen. Diese Phase geht aber wider vorbei. Wir möchten im nächsten Spiel zeigen, was wir können», so der Trainer.

(abl)

Spielzusammenfassung:

Erster Sieg nach neun Spielen und erster Erfolg in der Rückrunde; erste Tore unter Trainer Carlos Bernegger sowie drei Tore in einem Spiel und damit so viele wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Allein diese Zahlen illustrieren, dass den Grasshoppers gegen St. Gallen ein Befreiungsschlag gelungen sein könnte.

Mit Blick auf den Abstiegskampf und die letzten neun Runden ist für GC aber ebenso wichtig, wie der Sieg zustande gekommen ist. Er war vollauf verdient, weil die Grasshoppers den Gegner klar beherrschten, sich schon vor dem vorentscheidenden 2:1 durch Munas Dabbur (70.) einige Chancen erspielt hatten und danach keine Gefahr mehr liefen, den Vorteil unnötig zu verspielen, wie es ihnen zum Ende der ersten 45 Minuten noch passiert war (Ausgleich durch Andreas Wittwer).

Dabbur ist zurück

Die Heimpremiere unter Bernegger war auch so etwas wie das Comeback von Munas Dabbur vor eigenem Publikum. Zwar hatte der Stürmer nach seiner Rückkehr aus Salzburg schon in einem (verlorenen) Spiel gegen YB getroffen, doch diesmal war er mit seinen zwei Toren der Matchwinner der Zürcher. Die Zuschauer sahen erstmals wieder den Dabbur, den sie aus der Zeit vor dessen Wegzug von GC gekannt hatten: Ein Führungsspieler, der Tore schiesst, ein Captain, der Chancen erarbeitet und stets gefährlich ist. Bei einem Lattenschuss und einem Kopfball aus fünf Metern wären sogar noch weitere Tore von Dabbur möglich gewesen.

Knoten geplatzt?

Mit dem Sieg gegen St. Gallen hat sich GC etwas Luft verschafft und den Abstand zum Tabellenletzten Vaduz (am Sonntag gegen Luzern) auf fünf Punkte vergrössert. Doch die Sorgen sind die Zürcher noch nicht los. Ihre schwierige Situation wurde in den letzten Wochen oft mit derjenigen des Stadtrivalen in der letzten Saison verglichen. Und genau hier lauert die Gefahr: Auch beim FC Zürich schien damals Anfang April mit einem Heimerfolg gegen St. Gallen der Knoten geplatzt. Am Ende stieg der FCZ trotzdem ab.

St.Gallen ohne Chancen

Während die Grasshoppers in keiner Weise wie ein Absteiger auftraten, präsentierte sich St. Gallen auf dem Letzigrund nie wie ein Team, das im Sommer im internationalen Wettbewerb engagiert sein könnte. Die Ostschweizer waren in der Dreierabwehr immer wieder überfordert und waren vorne – trotz des formstarken Albian Ajeti – nahezu inexistent. Nach der Pause hatten sie eine einzige (halbe) Chance. Durch den Mittelfeldspieler Toko.

Das Spiel in Zahlen

Grasshoppers – St. Gallen 3:1 (1:1)

6300 Zuschauer. – SR Erlachner. – Tore: 35. Dabbur 1:0. 45 Wittwer (Ajeti) 1:1. 70. Dabbur (Lavanchy) 2:1. 74. Caio (Freistoss) 3:1.

Grasshoppers: Mall; Bamert (85. Munsy), Vilotic, Bergström, Antonov; Pickel, Sigurjonsson; Lavanchy, Andersen (86. Brahimi), Caio; Dabbur.

St. Gallen: Lopar; Hefti, Haggui, Schulz; Gelmi; Toko, Gaudino (58. Aratore), Gouaida (77. Buess), Wittwer; Tafer (69. Salihovic), Ajeti.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Olsen (gesperrt) sowie Basic, Sherko und Zesiger (alle verletzt), St. Gallen ohne Barnetta (gesperrt) und Angha (verletzt). 38. Lattenschuss von Dabbur. 63. Pfostenschuss von Caio. Verwarnungen: 20. Pickel (Foul). 21. Ajeti (Foul). 41. Gouaida (Foul). 73. Gelmi (Foul). 76. Andersen (Foul).

Rangliste: 1. Basel 26/69 (68:20). 2. Young Boys 26/52 (59:37). 3. Sion 26/42 (48:40). 4. Luzern 26/37 (48:46). 5. Lugano 26/31 (34:48). 6. St. Gallen 27/31 (31:42). 7. Lausanne-Sport 27/27 (44:49). 8. Thun 27/27 (41:53). 9. Grasshoppers 27/27 (33:45). 10. Vaduz 26/22 (33:59).

(SDA)


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