FCSG-Fans schlagen polternden Bräutigam

Pyros sind im Fussballstadion verboten, Wunderkerzen nicht. (Archivbild)
Pyros sind im Fussballstadion verboten, Wunderkerzen nicht. (Archivbild) © Tagblatt/Urs Bucher
Schock für eine Gruppe polternder Fans des FC St.Gallen: Während sie am Samstag für den künftigen Bräutigam – ausgerechnet nach dem 3:0 von Gegner Lausanne – Wunderkerzen zündeten, wurden sie von Fussballchaoten angegriffen. FCSG-Präsident Hüppi will etwas unternehmen.

«Wir haben uns zum letzten Spiel der Saison zuoberst im Fansektor D2 getroffen und schon zu Beginn abgemacht, dass wir vor der Pause für unseren Freund Wunderkerzli abbrennen möchten», erzählt Daniel aus Gossau, der mit der rund 15-köpfigen Poltergruppe befreundet ist. Das dritte Tor von Lausanne in der 42. Minute hielt die Polterer nicht davon ab, ihren Plan durchzuziehen. Ein Fehler, wie sich der 27-jährige Daniel erinnert: «Vier oder fünf Mitglieder des harten Fankerns rannten zu uns hoch und fragten uns in Rage, was wir hier veranstalten.»

Die Aussagen der Polterer, nichts für die schlechte Leistung der Espen zu können, nützten nichts. «Einer der Fans schlug meinen Freund, der bald heiraten wird.» Leserreporter Daniel sagt, die Situation habe sich erst beruhigt, als ein Grossteil der Poltergruppe den Kybunpark verliess.

«Gewalt im Stadion ist inakzeptabel»

Matthias Hüppi, Verwaltungsratspräsident des FC St.Gallen, bestätigt den Vorfall gegenüber FM1Today. Der Club habe Videoaufnahmen der Szenen zwischen den Fans und den Polterern. «Jemanden zu vermöbeln – und allgemein Gewalt im Stadion – ist inakzeptabel», sagt Hüppi, der sein Amt Mitte Januar dieses Jahres angetreten hat. Fanarbeiter hätten am Samstag immer wieder Gespräche mit der Kurve geführt.

Wie es auf Anfrage von FM1Today heisst, haben weder die Stadtpolizei noch die Kantonspolizei St.Gallen Kenntnis von der Schlägerei. «Bisher ist keine Anzeige eingegangen», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei.

Heikler Moment für Wunderkerzen

Im Sinne von Good Hosting – der Überzeugung, ein guter Gastgeber zu sein – hält es Matthias Hüppi nicht für sinnvoll, Wunderkerzen an sich zu verbieten. «Der Moment für die Aktion war am Samstag aber heikel, weil die Stimmung ohnehin aufgeheizt war.» Die St.Galler Fanarbeiter waren am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Führung des FCSG wertet die Aufnahmen der Gewaltszene in den nächsten Tagen aus. Gemeinsam mit den Behörden und der Polizei will der Verein Konsequenzen ziehen, sagt Hüppi.

(lag)


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