Feridun Zaimoglu quält sich in Kinder- und Frauenrollen hinein

Für Feridun Zaimoglu ist das Sich-Einfühlen in Frauen und Kinder harte Knochenarbeit (Archiv).
Für Feridun Zaimoglu ist das Sich-Einfühlen in Frauen und Kinder harte Knochenarbeit (Archiv). © /KEYSTONE/MONIKA FLUECKIGER
Für Feridun Zaimoglu ist es ein “körperlicher Akt”, sich in Kinder- oder Frauenfiguren als Ich-Erzähler hinein zu denken. Um auf den sechsjährigen Wolf in seinem neuen Roman “Siebentürmeviertel” “eingestimmt” zu sein, habe er eineinhalb Jahre gebraucht.

“Ich musste tagtäglich immer mehr mit meiner eigenen Realität brechen, das klingt bekloppt, und so ganz logisch ist es nicht”, sagte der Mainzer Stadtschreiber am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. “Aber ich habe ja auch schon mit meinem Geschlecht auf dem Papier gebrochen – und war zweimal eine Frau.”

Einer seiner bekanntesten Romane “Leyla” (2006) dreht sich um eine Frauenfigur. In seinem neuen Werk “Siebentürmeviertel” beschreibt der türkischstämmige Autor das berühmte multikulturelle Viertel Istanbuls in den 1940er Jahren.

(SDA)


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