Fernbusse bei Schmugglern beliebt

In Fernbussen gelangt immer öfter Ware illegal über die Ostschweizer Grenzen
In Fernbussen gelangt immer öfter Ware illegal über die Ostschweizer Grenzen © Keystone/Walter Bieri
Fernbusse wie etwa Flixbus halten die Ostschweizer Grenzwächter auf Trab. Denn auf den neuen Busrouten wird immer mehr Schmuggel abgewickelt. Seit 2014 stieg die Zahl der aufgegriffenen Straffälle um 80 Prozent.

Erst kürzlich versuchte ein Italiener, der mit einem Reisebus unterwegs war, am Grenzübergang in Kriessern einen geschützten Leguan in die Schweiz zu schmuggeln. Dies sei kein Einzelfall, sagt Martin Tschirren, Sprecher der Grenzwachtregion III gegenüber 20 Minuten. Laut Statistik sei die Anzahl der aufgegriffenen Straffälle in der Ostschweiz (Kantone St.Gallen, Glarus, beide Appenzell und Graubünden) seit 2014 um 80 Prozent gestiegen. Inzwischen führe man auch in den Bussen mehr Kontrollen durch.

Kleider, illegale Waffen und Diebesgut

Während geschmuggelte Leguane eher die Ausnahme bilden, stehen Kleider, die in den angrenzenden Ländern günstig gekauft werden, weit oben auf der Liste. Daneben würden aber auch verbotene Waffen, Falschgeld, Diebesgut und Betäubungsmittel illegal eingeführt. Lebensmittel werden hingegen eher selten geschmuggelt. Bei den Kontrollen würden zudem auch zur Fahndung ausgeschriebene Personen und vermisste Kinder aufgegriffen.

Die Reisebusse sind laut Martin Tschirren auch bei Personen beliebt, die wenig Geld zur Verfügung haben, wie etwa Flüchtlingen und Migranten. Sie würden auf diese Weise versuchen, unerlaubt in die Schweiz einzureisen oder die Schweiz zu verlassen.

Chauffeure dürfen Gepäck nicht kontrollieren

Wie etwa das Fernbusunternehmen Flixbus gegenüber 20 Minuten sagt, sei jeder Passagier für sein Gepäck und dessen Inhalt selbst verantwortlich. Ein Sprecher sagt, dass die Fahrer aus rechtlichen Gründen den Gepäckinhalt der Fahrgäste nicht kontrollieren dürfen.

(red.)


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