«Feuerteufel von Sargans» vor Gericht

Die Scheune in Sargans brannte dieses Jahr nicht zum ersten Mal.
Die Scheune in Sargans brannte dieses Jahr nicht zum ersten Mal. © Kapo SG
Am Donnerstag steht ein mutmasslicher Serienbrandstifter vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland. Der 35-Jährige soll sieben Mal in Sargans Feuer gelegt haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Mann eine zehnjährige Freiheitsstrafe. Danach soll der Deutsche aus der Schweiz ausgewiesen werden und ein zehnjähriges Einreiseverbot bekommen.

Der 35-Jährige arbeitete selbständig als Schreiner in einem ehemaligen Fabrikareal in Sargans. Im Februar 2016 schloss der Mann eine Feuerversicherung ab. Nur wenige Monate später brannte es mehrmals in Sargans. Fünfmal auf dem Fabrikgelände, wo die Werkstatt des Schreiners lag. Weitere Brände wurden in einem Unterstand und einer Scheune gelegt. Die Schäden summierten sich auf fast eine halbe Million Franken.

Versicherungsbetrug

Bereits einen Tag nach dem ersten Feuer in der Werkstatt, im Juli 2016, brannte es erneut im Betrieb. Kurze Zeit später reichte der Mann seiner Versicherung eine Schadensanzeige mit Liste im Wert von rund 167’000 Franken ein. Die Versicherung hat noch nicht bezahlt, sie will erst den Ausgang des Verfahrens abwarten.

Ende August brannte es wieder in der Werkstatt. Die Feuerwehr musste mit einem Grossaufgebot einrücken. Danach blieb es bis in den Herbst ruhig.

Erst Anfang November brannte es wieder. Hinter einem Pub ging ein Unterstand in Flammen auf. Der Schaden betrug rund 140’000 Franken. Einige Tage später brannte eine Scheune, der Schaden war klein, ein Anwohner entdeckte das Feuer früh genug.

Festnahme direkt nach Brand

Zwei Tage später brannte ein Schuppen auf dem Areal der Werkstatt des Beschuldigten. Die Feuerwehr war rasch vor Ort und konnte den Schaden gering halten. Ende November brannte es wieder auf dem ehemaligen Fabrikareal. Wenige Minuten später wurde der Schreiner festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Die Ermittler hatten den 35-Jährigen schon früher im Visier: Er wurde mehrere Wochen überwacht, seine Wohnung wurde durchsucht. Anfang November wurde er ein erstes Mal festgenommen, musste aber wieder freigelassen werden, da die Haftgründe noch nicht ausreichten.

(SDA/red.)


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