Fiese Masche – bei Radarfallen hupen

Von Angela Müller
Für manche Autolenker ein Hassobjekt: Radaranlagen .
Für manche Autolenker ein Hassobjekt: Radaranlagen . © Hanspeter Schiess, St.Galler Tagblatt
Tempo-Blitzer sind für bestimmte Autofahrer richtiggehend Feinde. Sie werden nicht nur mutwillig beschädigt, nun sollen sie auch ausgehupt werden, schlägt ein Radarwarner auf Facebook vor. Sein Eintrag wurde blitzschnell gelöscht.

Die Logik ist einfach:  Wer eine Radarfalle auf seinem privaten Boden aufstellen lässt, soll den Ärger der Autofahrer zu hören bekommen. Lenker sollen jeweils nicht nur Lichthupen, sondern richtig auf die Hupe drücken. “Dann vergeht es denen schon”, schreibt M.B. auf der Facebook-Seite der “Rennleitung SG” gestern am späten Nachmittag. Er ruft darin auf, dass alle Autolenker seinem Beispiel folgen sollen. Die Reaktionen kamen prompt und zahlreich; zum grössten Teil zustimmend, manche auch verärgert.

“Wir unterstützen solche Aktionen nicht”

Kurze später ist der Eintrag gelöscht – er verstösst ganz klar gegen die Regeln der Facebookgruppe. Hier steht unter anderem, dass “jegliche Beleidigungen gegen unser Sicherheitssystem – die Polizei” strikt untersagt seien. “Wir haben den Post gelöscht, da wir solche Aktionen nicht unterstützen”, teilt das Admin-Team auf Anfrage von Fm1Today mit.

Unerlaubtes Hupen kostet 40 Franken

“Von diesem konkreten Fall haben wir keine Kenntnis”, sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. “Wir beobachten die Gruppe und würden wohl auch intervenieren.” Für das Aushupen von Radarfallen hat er keinerlei Verständnis. “Der Eintrag ist nicht sehr gescheit”, sagt Krüsi. Unerlaubtes Hupen wird mit einer Busse von 40 Franken geahndet. “Die meisten Leute verstehen aber den Sinn solcher Radaranlagen”, sagt Krüsi. “Die Anlagen machen die Strassen für alle sicherer.”

“Immer schön huupe”

Der fragliche Eintrag wurde zwar schnell gelöscht, doch bei manchen Facebookeinträgen auf Radarfallen sind die Kommentare eindeutig: Gestern scheibt M.W über einen Blitzer bei Wil:” Immer schön huupe döte, damit d awohner au sicher sind das s altmetall nöd klaut worde isch.”

Nicht gelöscht: Aufforderung zum Hupen.

Nicht gelöscht: Aufforderung zum Hupen. ©Screenshot


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