Fitness statt Tabletten

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Symbolbild © KEYSTONE/Alessandro della Bella
Nicht immer muss man bei Beschwerden seinen Körper mit Medikamenten belasten. Für gewisse Krankheiten ist Sport genau so effizient. Das behaupten zumindest mehrere Fitnesstrainer und Wissenschafter. Darum wollen sie, dass Sport- und Bewegungsprogramme von der Krankenkasse anerkannt und bezahlt werden.

Sportprogramme sollen als medizinische Leistung gelten. Anführen tut diese Forderung der Verband für Fitness- und Gesundheitscenter. Ein Arzt soll fähig sein, bei beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes einem Patienten nicht Medikamente, sondern ein Fitnessprogramm zu verschreiben, und die Krankenkasse würde die vollen Kosten übernehmen.

Gleichstellung von Medikamenten und Sport

“Bewegung hat in vielen Fällen dieselbe Wirkung wie ein Medikament”, sagt Professor Lukas Zahner vom Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel gegenüber der “NZZ am Sonntag”. “Wenn ein Patient sich lieber bewegt als ein Medikament einnimmt, sollte man dies folglich also auch genauso unterstützen”.

Forderung an den Bund

Deshalb wollen die Befürworter nun die Politik zum handeln bewegen. In einem ersten Schritt wollen sie die Kostenübernahme auf Diabetes Typ 2 beschränken. In der Schweiz sind von dieser Krankheit etwa 500’000 Menschen betroffen. Diese könnten ihr Medikament Metformin durch ein persönliches Trainingsprogramm ersetzen. Sein Institut habe genug Beweise gesammelt, die wissenschaftlich belegen würden, dass der Effekt derselbe sei wie beim Sport, sagt Zahner.

Umdenken in der Gesundheitspolitik

Die Behandlung wäre zudem sehr wirtschaftlich und würde sicher nicht mehr kosten als die Behandlung mit Medikamenten. Hinter dem Projekt steht der Gedanke, dass die Schweiz im Anbetracht der explodierenden Gesundheitskosten umdenken muss. Man müsse mehr präventiv arbeiten, und nicht nur für Reparatur und Heilung.

Das Bundesamt will sich zu der Forderung noch nicht äussern. Es verweist darauf, dass heute schon gewisse Sport-Leistungen vergütet würden.

(red)


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