Fleischverarbeiter Bell steigert Gewinn um 8 Prozent

Mehr Gewinn und damit Grund zum Lächeln: Bell-Chef Lorenz Wyss. (Archiv)
Mehr Gewinn und damit Grund zum Lächeln: Bell-Chef Lorenz Wyss. (Archiv) © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Der Schweizer Fleischverarbeiter Bell hat 2015 seinen Gewinn um 8 Prozent auf 94,8 Millionen Franken gesteigert. Der Umsatz stieg wegen der Übernahme des Fertiggerichte-Produzenten Hilcona um 8,5 Prozent auf 2,82 Milliarden Franken.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) wuchs um 19,8 Prozent auf 235 Millionen Franken, wie die Coop-Tochter Bell am Donnerstag mitteilte. Der Bruttogewinn überschritt erstmals die Schwelle von 1 Milliarde Franken.

Das abgesetzte Volumen legte um 27,7 Prozent auf 375’308 Tonnen zu. Damit konnte der frankenmässige Umsatz nicht mithalten. Bell musste währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen von 89 Millionen Franken einstecken. Hinzu kamen Preisnachlässe von 13 Millionen Franken, welche zusätzlich den Umsatz belasteten.

Wichtigster Wachstumstreiber 2015 war die Vollkonsolidierung der Liechtensteiner Hilcona. Hinzu kamen die Konzentration auf renditestarke Produkte und eine Bereinigung des Sortiments.

Mehr Absatz in der Schweiz

In der Schweiz – dem grössten Markt für Bell – nahmen sowohl das Absatzvolumen als auch der Umsatz leicht zu. Bell verkaufte mit 123’000 Tonnen 1,1 Prozent mehr Lebensmittel. Beim Umsatz schlug sich das in einem Wachstum von 0,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken nieder. Die Steigerung kam trotz wachsendem Einkaufstourismus zustande.

In der Division Deutschland sank der Umsatz in Euro um 1,6 Prozent, in Franken sogar um 13,6 Prozent auf noch 423 Millionen. Die Absatzmenge sank um 1,7 Prozent.

In der Division International sank der Umsatz in Franken um 17,5 Prozent auf 225 Millionen Franken. Unter den Erwartungen blieben Frankreich und Tschechien, Polen und Ungarn legten hingegen zu. Das Absatzvolumen stieg um 7 Prozent.

Im Ausblick rechnet Bell 2016 mit einem weiteren anspruchsvollen Jahr mit höheren Rohstoffpreisen und schärferem Wettbewerb. Im Fokus steht die Integration der beiden Zukäufe – die Zürcher Salatgruppe Eisberg und der österreichische Geflügelspezialist Huber.

Mit Huber eröffnet sich dem Basler Konzern der Zugang zu einem bedeutenden Rohstoff und eine neue Produktegruppe für Österreich und Deutschland. Eisberg soll bei Hilcona den Salatebereich stärken.

Investitionen geplant

Weiter steht ein Investitionsprogramm am Standort Schweiz an. In Basel und Oensingen SO will Bell in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. In Basel sollen neue Werke für Charcuterie und Meeresfrüchte sowie ein Verwaltungsgebäude entstehen.

In Oensingen will Bell neue Werke für die Schweineverarbeitung sowie für Frisch- und Tiefkühlprodukte bauen. Daneben wird dort ein Erweiterungsbau ins Auge gefasst.

Den Aktionären soll eine um 8 Prozent höhere Dividende von 70 Franken ausgeschüttet werden nach 65 Franken im Vorjahr. Da die Aktie mittlerweile ein hohes absolutes Kursniveau erreicht hat und um die Handelbarkeit wieder zu verbessern, beantragt der Verwaltungsrat ausserdem einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 10.

(SDA)


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