Flugzeugturbinen sollen in Zukunft sauberer werden

Emissionsmessungen an der Turbine einer Boeing 737. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt und SR Technics hat die Empa ein Verfahren entwickelt, das weltweit gültige Standards für Feinstaubemissionen setzt.
Emissionsmessungen an der Turbine einer Boeing 737. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt und SR Technics hat die Empa ein Verfahren entwickelt, das weltweit gültige Standards für Feinstaubemissionen setzt. © Empa
Flugzeugturbinen sollen in Zukunft weniger Feinstaubpartikel ausstossen. Dafür sorgen soll ein neues Messverfahren, das in der Schweiz entwickelt worden ist und das laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) international Massstäbe setzt.

Die Zeiten, als Jet-Triebwerke weit sichtbare Rauchfahnen hinterliessen, sind zwar längst vorbei. Grosse Flugzeugtriebwerke müssen seit den 1980er Jahren Schadstoffgrenzwerte erfüllen, die im Lauf der letzten Jahre verschärft wurden.

Mikroskopisch kleine Partikel

Nicht gelöst ist allerdings der Ausstoss von ultrafeinen Partikeln aus Triebwerken, wie das BAZL in einer Mitteilung vom Freitag feststellt. Diese mikroskopisch kleinen Partikel können tief in die Lunge eindringen und zu gesundheitlichen Schäden führen.

Nach dem Vorsorgeprinzip, so das Bundesamt, sollen die Feinstaub- Emissionen aus dem Luftverkehr nun gemessen, reguliert und gesenkt werden – auch wenn der Luftverkehr in der Schweiz lediglich einen Anteil von weniger als einem Prozent an den Feinstaubemissionen habe.

Die Messung von Feinstaub aus Flugzeugtriebwerken sei jedoch technisch äussert anspruchsvoll. In enger Zusammenarbeit zwischen der Empa, der SR Technics und dem BAZL hätten Experten in jahrelanger Arbeit nun einen Prüfstand und ein Verfahren entwickelt, mit dem der Feinstaubausstoss von Flugzeugtriebwerken standardisiert gemessen werden kann.

Dabei werden nicht nur die Masse der Partikel, sondern auch die Anzahl der ausgestossenen Partikel pro Liter Treibstoff erfasst. Gemessen werden können laut BAZL auch kleinste Partikel mit weniger als einem Hunderttausendstel-Millimeter Durchmesser.

Neue Vorschrift für alle Triebwerke ab 2020

Die Arbeiten für den weltweiten Standard wurden durch das BAZL in Partnerschaft mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde geleitet. Das Umweltgremium der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO hat am 2. Februar die Vorschrift angenommen. Die definitive Verabschiedung durch den ICAO-Rat wird in einem Jahr erwartet.

Alle Triebwerkstypen für Passagierflugzeuge, die ab 1. Januar 2020 in Produktion gehen, müssen nach der neuen Vorschrift zertifiziert werden. Laut BAZL haben die meisten Triebwerkhersteller mittlerweile mit der Nachmessung ihrer Triebwerke begonnen.

(SDA)


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