Food Swap: Wo man sich trifft, um Essen zu tauschen

Von Laurien Gschwend
Im "Lattich" wird am Montag Essen getauscht.
Im "Lattich" wird am Montag Essen getauscht. © zvg
Beim Güterbahnhof in St.Gallen steht eine SBB-Lagerhalle leer. Als Zwischennutzung ist das “Lattich”-Quartier entstanden: Ein Raum, wo sich Kreative austauschen können. Am Montag findet dort die erste “Tauschtafel” statt. Getauscht wird Essen. 

Das Konzept der “Tauschtafel” ist simpel. Du bereitest etwas Leckeres zu, verteilst es in fünf Gläser und bringst es am Montag mit ins “Lattich“. Eine der Portionen geniesst du mit anderen Kochbegeisterten an einer langen Tafel. Die vier weiteren Gläser werden unter einander ausgetauscht, sodass du auch daheim noch neue Getränke und Speisen probieren kannst.

Die Idee, einen “Food Swap” zu organisieren, stammt von den St.Gallerinnen Julia Bauer und Aurelia Hostettler. “Wir bieten Leuten, die sich für das Essen und das Kochen interessieren, eine Plattform, wo sie sich austauschen können”, sagt Julia. In der gemütlichen Runde im “Lattich” kann sich die Gruppe über verschiedene Zubereitungsarten, die Freude am Essen und gute Restaurants unterhalten.

Kleider und Essen tauschen

Auch in anderen Städten gibt es Events zum Austausch von kulinarischen Eigenkreationen. In St.Gallen treffen sich Modebegeisterte regelmässig zum Kleidertausch. “Wir dachten, es wäre schön, das auch mit dem Essen in unserer Stadt zu machen”, sagt Aurelia.

Julia Bauer © zvg

Aurelia Hostettler © zvg

Die beiden Veranstalterinnen hoffen darauf, dass sich am Montag eine möglichst bunte Truppe im “Lattich” trifft. “Die Teilnehmer dürfen gerne Gerichte aus Kulturen mitbringen, die man in der Schweiz weniger kennt”, sagt Julia. Weiter wünschen sich die beiden 23-Jährigen, dass sich auch die Generationen mischen. “So können ältere Personen aus der “Einmach-Generation” den jüngeren Kochbegeisterten ihre Tipps weitergeben”, hofft Aurelia.

Keine Starerwartungen an die Kochkünste

“Die Leute sollen nicht davor zurückschrecken, zu kommen”, führt Julia weiter aus. Im “Lattich” werden keine Starerwartungen an die Kochkünste gestellt. “Es geht um einen lustvollen Austausch – und nicht darum, Michelin-Sterne zu verteilen”, beruhigt sie Unsichere.

Mitbringen kann man eigentlich alles, was sich irgendwie transportieren lässt. Aurelia hat einige Vorschläge: “Konfitüren, Sirup, Schnaps, Chutney, Pesto, Brot oder ein Kuchen – Hauptsache selbstgemacht”. Selber weiss sie noch nicht genau, was sie mitbringt. “Auf meiner Rezeptliste stehen so viele leckere Sachen, die ich gerne ausprobieren möchte”, sagt die Hobbyköchin. Wahrscheinlich entscheidet sie sich für ein selbstgemachtes Mandelmus, verfeinert mit Gewürzen. Auch Julia ist noch unschlüssig, was sie mitbringen soll: “Ich pendle zwischen einem Gazpacho und irgendetwas Gebackenem”.

Experiment “Lattich” für zwei Monate

Wieso kommt man eigentlich darauf, ein Lokal wie eine Gemüsesorte zu benennen? “Wie das Pioniergewächs Lattich, das auf einer Brache jeweils als erstes wieder wächst, so soll auch die Zwischennutzung organisch wachsen und wuchern”, schreibt die “REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee” in einer Mitteilung. Gemeinsam mit der Kulturmanagerin Gabriela Falkner und dem Produktionsbüro Ost hat das Regionalentwicklungsprogramm das Experiment “Lattich” ins Leben gerufen.

Während zwei Monaten, im September und im Oktober, wird getestet, wie die leerstehende Halle genutzt werden kann. Längerfristig sollen Arbeitsräume für die Kreativwirtschaft entstehen. “Wir möchten einen Stadtentwicklungsprozess in Gang setzen”, wird Rolf Geiger, Geschäftsleiter der “REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee”, zitiert.

Du kochst gerne und hast am Montag ab 19 Uhr Zeit? Für zehn Franken bist du im “Lattich” im Güterbahnhofareal in St.Gallen an der ersten “Tauschtafel” dabei. Über info@tauschtafel.ch kannst du dich in den kommenden Tagen noch anmelden.


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