Regenbogenforelle nicht eingebürgert

Politikum um Regenbogenforelle.
Politikum um Regenbogenforelle. © (AP Photo/Coeur d'Alene Press, Jerome A. Pollos)
Schwere Enttäuschung für den Ostschweizer SVP-Politiker Lukas Reimann: Seine Motion, die Regenbogenforelle in allen dafür geeigneten Gewässern einzubürgern, wurde vom Nationalrat abgeschmettert.

Sie ist gut integriert, immer fleissig und nicht kriminell – dennoch wird die Regenbogenforelle nicht eingebürgert. Der Nationalrat hat den «Einbürgerungsantrag» für die Regenbogenforelle diese Woche abgewiesen. Lukas Reimanns entsprechende Motion vom Juni 2013 wies er mit 118 zu 70 Stimmen ab.

Zu gefrässig

Bundesrätin Doris Leuthard meinte zu der Forderung, eine gute Durchmischung der Bevölkerung und Einwanderung sei nicht schlecht. Aber die Regenbogenforelle sei hierzulande nur eingesetzt worden, damit die Fischer mehr zu fangen hätten. Eigentlich sei sie amerikanischer Natur. Und weil sich herausgestellt habe, dass die Fremde sehr gefrässig sei und die einheimische Bachforelle gefährde, habe man rasch wieder damit aufgehört.

Grosser Einsatz für Fische

Reimanns Begründung für die Einbürgerung war, dass die Regenbogenforelle bereits seit über 130 Jahren in Schweizer Gewässern heimisch sei und auch namentlich in der Fischereigesetzgebung des Bundes und der Kantone von 1895 aufgeführt werde. Es seien keine Secondos, betonte der SVP-Politiker.
Bedingt durch die Verbauung und Kanalisierung von vielen Flüssen und Bächen, das Verschwinden von Unterständen, die veränderte Gewässerchemie, die Temperaturerhöhung, eine jährlich zunehmende Population von Raubvögeln usw. hätten sich die Lebensbedingungen für die Fische stark verändert.

Rheintaler Fischer demonstrierten am 'Tag der Regenbogenforelle', dem 9. Dezember 2000, in Buchs SG

Rheintaler Fischer demonstrierten bereits im Jahr 2000 am Tag der Regenbogenforelle in Buchs. (KEYSTONE/Gadient)

Die Regenbogenforelle fände sich mit den geänderten Umweltbedingungen besser zurecht als die Bachforelle, vor allem in kanalisierten Fliessgewässern. Das Zusammenleben mit der Äsche sei zudem unproblematisch, und beide Arten hätten praktisch identische Laichzeiten und Gewohnheiten.

Die CVP-Politikern Kathy Riklin twittert zu dem Thema

Laut Reimann müsste es im Interesse der Bevölkerung liegen, dass die Gewässer bevölkert und nicht «fischleer» sind. Die Regenbogenforelle sei eine Bereicherung der Fauna. Nachdem diese Spezies seit 130 Jahren in der Schweiz ansässig sei, müsse sie akzeptiert und eingebürgert werden. In Österreich und anderen europäischen Ländern werde die Regenbogenforelle zudem geschätzt, gehegt und gepflegt, betonte der SVP-Politiker. «Man könnte schon fast sagen, die Regenbogenforelle ist eidgenössisch».

(red.)


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