Forscher entschlüsseln Startschuss zum Abwurf alter Blüten

Noch blühen sie prächtig. Einmal verblüht, möchte die Pflanze ihre Blüten jedoch möglichst schnell loswerden. Wie sie den richtigen Zeitpunkt dafür findet, haben Forscher der Uni Genf herausgefunden. (Symbolbild)
Noch blühen sie prächtig. Einmal verblüht, möchte die Pflanze ihre Blüten jedoch möglichst schnell loswerden. Wie sie den richtigen Zeitpunkt dafür findet, haben Forscher der Uni Genf herausgefunden. (Symbolbild) © KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
Pflanzen sparen Energie, indem sie abgestorbene Blüten und Blätter abwerfen. Forscher der Universität Genf haben herausgefunden, über welche Signale die Pflanze bestimmt, dass die Zeit reif ist, um alten Ballast abzuwerfen.

Derzeit warten Sträucher und Bäume mit ihren Blüten auf. Aber sind sie einmal verwelkt, möchte die Pflanze sie auch möglichst schnell wieder loswerden. Wie Forscher jetzt herausgefunden haben, braucht es dafür ein Dreiergespann, das den Anfang vom Ende für eine verwelkte Blüte einläutet: IDA, HAESA und SERK1.

Dahinter verbergen sich ein Hormon (IDA), seine Andockstelle (HAESA) und ein vielseitiger Helfer (SERK1), der bei allerlei Pflanzenprozessen mitmischt. Kommen die drei zusammen, werden ein molekularer Schalter umgelegt und der Startschuss zum Abwurf gegeben. Das geschieht an der Oberfläche von Zellen, welche die Sollbruchstelle der verwelkten Blüte oder des Blattes bilden.

Das Zusammenspiel von IDA, HAESA und SERK1 hat das Forscherteam um Michael Hothorn von der Universität Genf anhand ihrer molekularen Strukturen entschlüsselt. Demnach passt das Hormon perfekt in eine Furche seiner Andockstelle HAESA. IDA funktioniere dabei wie ein doppelseitiges Klebeband und halte auch noch den Helfer SERK1 fest, erklärte die Uni Genf in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler der Uni Oslo konnten ausserdem an genmanipulierten Modellpflanzen beweisen, dass SERK1 für den Abwurfmechanismus wichtig ist: Ohne SERK1 funktioniert es nicht richtig. Das Erstaunliche: Dieses Helferprotein scheint ein Multitalent zu sein. In Verbindung mit anderen Andockstellen gibt es das Signal zum Wachsen statt zum Abwerfen, wie die Uni Genf schrieb.

Wie genau der molekulare Schalter funktioniert, den die drei umlegen, sei allerdings noch wenig bekannt. Dem wollen Hothorn und sein Team nun nachgehen.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen