Frankreich besiegelt Schliessung von AKW

Blick auf das Atomkraftwerk Fessenheim, das geschlossen werden soll, sobald in Flamanville ein moderner Atomreaktor in Betrieb ist. Dies soll frühestens 2019 der Fall sein. Die Anlage in Fessenheim liegt rund 40 Kilometer nördlich von Basel.
Blick auf das Atomkraftwerk Fessenheim, das geschlossen werden soll, sobald in Flamanville ein moderner Atomreaktor in Betrieb ist. Dies soll frühestens 2019 der Fall sein. Die Anlage in Fessenheim liegt rund 40 Kilometer nördlich von Basel. © Keystone/EPA FILE/CHRISTOPHE KARABA
Frankreich hat die Schliessung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim rund 40 Kilometer nördlich von Basel besiegelt. Ein entsprechendes Dekret wurde am Sonntag im Amtsblatt veröffentlicht, wie Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal via Twitter mitteilte.

Die Sozialistin hatte den Schritt bereits vor einigen Tagen angekündigt und die Abschaltung für 2018 versprochen. Die Anordnung macht die Schliessung allerdings von der Inbetriebnahme eines modernen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville abhängig. Diese dürfte frühestens 2019 erfolgen.

Der EPR-Reaktor in Flamanville hätte ursprünglich schon 2012 in Betrieb gehen sollen, bei seinem Bau traten aber immer neue Schwierigkeiten auf. Frankreichs Präsident François Hollande hatte ursprünglich versprochen, die beiden 40 Jahre alten Reaktoren von Fessenheim bis Ende 2016 abzuschalten.

Der Verwaltungsrat des Stromkonzerns EDF hatte am Donnerstag beschlossen, dass ein Antrag auf einen Entzug der Betriebserlaubnis von Fessenheim erst «in den sechs Monaten» vor der Inbetriebnahme des Flamanville-Reaktors eingereicht werden soll.

Umweltschützer sehen das älteste französische Atomkraftwerk schon lange als Sicherheitsrisiko. Immer wieder kommt es zu Pannen und Zwischenfällen. Kritiker verweisen zudem auf die Gefahr von Erdbeben in der Region.

(SDA)


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