Frankreich und Deutschland wollen Öko-Energien in Afrika fördern

Die französische Umweltministerin Ségolène Royal an der UNO-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris.
Die französische Umweltministerin Ségolène Royal an der UNO-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris. © KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
Viele Menschen in Afrika sind noch ohne Elektrizität. Das soll eine Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien auf dem Kontinent ändern. Auch bedrohte Inselstaaten bekommen an der UNO-Klimakonferenz in Paris Unterstützung zugesagt – von US-Präsident Barack Obama.

Der US-Präsident kündigte bei einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs von Inselstaaten wie Papua Neuguinea, Barbados, die Marshallinseln, Saint Lucia und Kiribati am Dienstag an, sein Land werde sich mit 30 Millionen US-Dollar an einer Versicherung gegen Folgen des Klimawandels beteiligen. Der auf Hawaii und in Indonesien aufgewachsene Obama unterstrich: “Ich bin ein Inseljunge.”

Deutschland und Frankreich wollen Milliarden für erneuerbare Energien in Afrika bereit stellen. Der französische Präsident François Hollande versprach, sein Land werde für die Zeit von 2016 bis 2020 zwei Milliarden Euro geben.

Die Initiative der Afrikanischen Union soll dafür sorgen, dass bis 2020 zusätzliche Kapazitäten erneuerbarer Energien von mindestens zehn Gigawatt installiert werden. Bis 2030, so die Hoffnung, soll dies auf 300 Gigawatt ansteigen. Am kommenden Montag soll eine Gebererklärung der G7-Länder unterzeichnet werden.

Die Umweltorganisation Greenpeace lobte das Vorhaben, betonte aber, der Löwenanteil müsse durch verträgliche Wind- und Sonnenenergie geschaffen werden statt durch grosse Staudämme.

Das deutsche Entwicklungsministerium will bis 2020 drei Milliarden Euro bereitstellen. “Und das bedeutet modernen, sauberen Strom für 25 Millionen Menschen”, sagte Abteilungsleiterin Ingrid Hoven. Angesichts des rapide steigenden Energiebedarfs auf dem Kontinent müssten jetzt Investitionen in Kohle und Gas verhindert werden.

Mehr als 600 Millionen Afrikaner ohne Strom

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur leben bislang mehr als 620 Millionen Menschen südlich der Sahara ohne Strom.

Die 196 Verhandlungspartner an der UNO-Klimakonferenz in Paris wollen sich auf einen neuen Weltklimavertrag einigen, der die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen soll.

Nach dem symbolträchtigen Start mit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs stehen für die kommenden Tage Verhandlungen auf Expertenebene an. Bis Samstag soll ein neuer Entwurf für einen Weltklimavertrag vorliegen. Dann noch strittige Fragen sollen nächste Woche die Umweltminister klären.

(SDA)


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