Französisch in der Primarschule abschaffen

Thurgauer Grossratskommission will "Frühfranzösisch" abschaffen
Thurgauer Grossratskommission will "Frühfranzösisch" abschaffen © TAGBLATT/Mareycke Frehner
Könnte die Thurgauer Grossratskommission entscheiden, dann würde Französisch in der Primarschule abgeschafft. Die Komission beantragt, das Volksschulgesetz entsprechend zu ändern. Die Vorlage kommt am 5. Mai ins Kantonsparlament.

Die vorberatende Kommission des Thurgauer Grossen Rates ist sich einig: Sie will den Französisch-Unterricht in der Primarschule abschaffen. Die Kommission beantragt mit neun gegen fünf Stimmen bei einer Enthaltung, das Volksschulgesetz zu ändern. Es soll ein neuer Paragraph eingefügt werden mit dem Wortlaut: «Französisch wird als zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe I unterrichtet.»

Bundesrat drohte, zu intervenieren

Bereits im August 2014 hat das Thurgauer Kantonsparlament beschlossen, das «Frühfranzösisch» abzuschaffen. Der geplante Verzicht des Französisch-Unterrichts ab der 5. Primarklasse und die Verschiebung der Landessprache auf die Sekundarstufe brachte dem Thurgau heftige Kritik ein. Der Kanton gefährde mit seinem isolierten Vorgehen den Konsens der mehrsprachigen Willensnation Schweiz, hiess es. Bundesrat Alain Berset drohte gar, per Bundesrecht in den Sprachenstreit einzugreifen.

Lektionen in der Sekundarschule erhöhen

Nun wurde gemäss Vorgaben des Parlaments ein neues Volksschulgesetzt vorgelegt. Dass die Thurgauerinnen und Thurgauer am Ende der obligatorischen Schulzeit gleich gut Französisch können, wurde die Zahl der Lektionen in der Sekundarschule erhöht. Auch das stiess in der Vernehmlassung auf Kritik.

Diskussion am 5. Mai

Wie gut das «Frühfranzösisch» bei den Thurgauer Politiker und Politikerinnen ankommen wird, wird die Diskussion vom 5. Mai im Thurgauer Grossen Rat zeigen. Die vorberatende Kommission hält an ihrem Entscheid fest. Ein Studie werde keine durchgeführt, da keine Untersuchung ergeben habe, ob Primarschüler von zwei Fremdsprachen überfordert seien oder nicht. Das Argument, der Zusammenhalt der Schweiz werde gefährdet, wenn ein Kanton aus dem geltenden Sprachenmodell aussteige, werde überbewertet, heisst es im Kommissionsbericht

TVO-Beitrag vom 1. September 2016:

(red./SDA)


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