Freikirche missioniert in St.Galler Primarschule

Primarschüler beim Schulhaus Buchwald.
Primarschüler beim Schulhaus Buchwald. © Tagblatt
Im St.Galler Primarschulhaus Buchwald wird jeden Freitag ein christlich geprägter Spielenachmittag für Kinder veranstaltet. Dabei wird den Kindern aus der Bibel vorgelesen. Eltern wehren sich nun gegen die Bibelstunde, von der sie nichts wussten. Die Schule hat die Leiterin bereits verwarnt.

Aufruhr im Schulhaus Buchwald, Eltern sind besorgt. Die Mutter einer achtjährigen Schülerin findet es unangebracht, dass die Frau jeden Freitagnachmittag Geschichten aus der Bibel erzählt und sagt zu “20 Minuten“: “Ich bin mir sicher, dass die Kinder für eine Freikirche missioniert werden.”

Für Sektenexperte ist Fall klar

Die Eltern seien zudem nicht über den Bibel-Spielnachmittag informiert worden. Darum habe sich die Mutter vor Ort ein Bild gemacht. “Jedes zweite Wort, das fiel, war Gott”, sagt die Mutter. Für Sektenexperte Georg Otto Schmid ist klar die Organisation Kinder-Evangelisations-Bewegung (KEB) verfolgt klar das Ziel, die Kinder zu bekehren. Die Organisation sei darum unter Freikirchen umstritten.

Schule will der Sache nachgehen

Agnes Loebel, Leiterin des Spielenachmittags gibt zu, dass sie häufig Geschichten aus der Bibel erzählt. Loebel ist als Zweigleiterin des Kids-Team tätig, einer freikirchlichen Organisation. “Die Eltern sind froh, wenn ihre Kinder etwas Sinnvolles machen”, sagt Loebel. Sie organisiere den Spielenachmittag bereits seit 15 Jahren und habe bisher nur positive Reaktionen erhalten.

Eine Aussage, die Schulleiter Hanspeter Krüsi nicht bestätigt. Der Bibelnachmittag habe bereits vor fünf Jahren für Diskussionen gesorgt. “Wir haben die Schulleiterin klar darauf hingewiesen, dass Missionieren verboten ist”, sagt Krüsi zu FM1 Today. Die Schule will jetzt die Angelegenheit mit dem Rechtsdienst des St.Galler Schulamts abklären. (red.)


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