Frisches Geld für Mali – Beispiel für andere Konfliktstaaten

Von links: Frankreichs Präsident François Hollande, OECD-Chef Angel Gurría und Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta am Donnerstag in Paris.
Von links: Frankreichs Präsident François Hollande, OECD-Chef Angel Gurría und Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta am Donnerstag in Paris. © /EPA/JACQUES BRINON / POOL
Der Kampf gegen Terrormilizen in Malis Norden ist noch nicht gewonnen. Nun sollen neue Mittel internationaler Staaten das westafrikanische Land auf dem Weg zum Frieden stärken. Auch die Schweiz leistet einen Beitrag.

Das von Krieg und Terrorismus gezeichnete Mali braucht aus Sicht der OECD für seinen Weg zum Frieden weiter Unterstützung. Notwendig seien “ein konkreter Plan und sichtbare Ergebnisse”, mahnte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, am Donnerstag in Paris.

Dort wollten Vertreter internationaler Staaten neue Mittel für das westafrikanische Land vereinbaren. Gurría forderte ein positives Signal für eine sichere Zukunft und besseres Leben in Mali. Infrastruktur, Sicherheit, Erziehung und andere Bereiche müssten ausgebaut werden. Viele internationale Partner seien bereits engagiert. “Wir sind auf einem langen Weg zu einem besseren Leben in Mali”, sagte Gurría.

Die Schweiz war in Paris mit einer dreiköpfigen Delegation unter der Leitung des Schweizer Sondergesandten für den Sahel, Ständerat Didier Berberat (SP/NE), vertreten, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta sieht seine Regierung inzwischen in der Lage, notwendige Reformen umzusetzen, “mit denen wir vorwärts Richtung Zukunft kommen wollen”.

Terroristen hätten geglaubt, Mali übernehmen zu können und acht historische Städte überrannt, sagte Keïta. Auch Dank internationaler Unterstützung habe das Land bereits grosse Fortschritte erzielen können. Damit sollten auch Massnahmen getroffen werden, um solche Konflikte künftig zu verhindern.

Frankreichs Truppen und internationale Partner unterstützen seit Anfang 2013 den Kampf der malischen Armee gegen islamistische Terroristen im Norden des Landes.

Der französische Staatschef François Hollande kündigte bis Ende 2017 mehr als 360 Millionen Euro Unterstützung an, fast 80 Millionen davon sollen in den Norden fliessen. Mali müsse ein Beispiel sein für andere Länder, die an den Folgen von Krieg oder Terrorismus litten, sagte Hollande.

Während der Konferenz geht es vor allem um Stabilisierung und Entwicklung des Nordens. Bereits im Mai 2013 hatte eine Geberkonferenz in Brüssel fast 3,3 Milliarden Euro als Hilfe für Mali bis Ende 2014 vereinbart.

Die Schweiz setzt sich laut EDA seit 38 Jahren in Mali für Frieden und Versöhnung ein. Berberat spreche in seiner Rede an der Konferenz über die Fortsetzung des Schweizer Engagements, darunter die humanitäre Hilfe und Friedensförderung.

Die Schweiz sehe für 2015 bis 2017 Entwicklungshilfe von 71 Millionen Euro für Mali vor. Davon werden laut EDA 29 Millionen Euro dem Norden zufliessen.

Die Schweiz werde unter anderem auch ihr Engagement für den Wiederaufbau der Städte Timbuktu, Sikasso und Mopti unterstreichen sowie den Einsatz für Schulen im Norden. Die Schweiz ermutige die Regierung zudem, die Bedürfnisse der Bevölkerung des Nordens wahrzunehmen.

(SDA)


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