Früh: Hintergründe werden nicht kommuniziert

Von Sandro Zulian
Dölf Früh möchte die Hintergründe der Entlassung von Martin Stocklasa nicht kundtun. (Archiv)
Dölf Früh möchte die Hintergründe der Entlassung von Martin Stocklasa nicht kundtun. (Archiv) © KEYSTONE/Ennio Leanza
An der heutigen FCSG-Pressekonferenz gaben sich Trainer Joe Zinnbauer und Medienchef Daniel Last wortkarg. Zu den Hintergründen der Stocklasa-Entlassung könne nichts kommuniziert werden, so der Tenor. So tönt es auch bei Präsident Dölf Früh. 

Am Dienstag wurde Martin Stocklasa quasi über Nacht als zweiter Assistenztrainer des FC St.Gallen freigestellt. So verwundert es nicht, dass die Journalisten an der Pressekonferenz zum Spiel des FC St.Gallen gegen Lausanne gleich mit der Frage einstiegen, die allen unter den Fingernägeln brannte. Warum?

Es gab keinen Machtkampf

Einen Machtkampf zwischen Joe Zinnbauer und Martin Stocklasa habe es nie gegeben: «Wenn ich einen Machtkampf hätte, würde ich mich an den Präsidenten wenden.» Dieser unternähme dann die nötigen Schritte, so Zinnbauer. «Es gab keinen Machtkampf. Ich weiss nicht, woher die Medien das haben.» Weiter macht Zinnbauer auf die offene Kommunikation aufmerksam: «Wer uns kennt, der weiss, dass wir klar und deutlich sprechen. Wir haben uns dementsprechend immer alles gesagt.» Die Spekulationen aus verschiedenen Medien, wonach es einen Streit zwischen den beiden gegeben haben soll, seien schlicht «an den Haaren herbeigezogen». Die weiteren Stocklasa-Fragen will Joe Zinnbauer an der Pressekonferenz weder kommentieren noch beantworten: «Geht es jetzt um Lausanne oder ist das eine Stocklasa-Zinnbauer-Pressekonferenz?»

Gute Beziehung zu Stocklasa

Sportdirektor Christian Stübi sei auf Zinnbauer zugegangen und habe ihn informiert: «Natürlich war ich überrascht. Die ganze Mannschaft war überrascht.» Den Entscheid mussten sie aber akzeptieren. Zinnbauer merkt an: «Ich habe eine gute Beziehung zu Martin Stocklasa gehabt.» Auch Medienchef Daniel Last kann keinen Kommentar zur plötzlichen Kündigung von Stocklasa abgeben: «Es wurde so entschieden. Das wird nicht in der Öffentlichkeit diskutiert.»

Dölf Früh in der Tiefgarage

Nach der Pressekonferenz versammeln sich eine Handvoll Journalisten in der Tiefgarage des Kybunparks. Plötzlich taucht FC-St.Gallen-Präsident Dölf Früh auf. Ein Interview vor der Kamera möchte er aber nicht geben. «Aus Zeitgründen», wie er sagt. Dölf Früh macht klar, dass Stocklasas Freistellung eine Massnahme im Zuge einer Restrukturierung war. «Sportchef Stübi und ich haben diesen Entschluss zusammen gefasst.» Laut Früh sei die Entlassung von Martin Stocklasa eine Reaktion auf die aktuelle sportliche Situation des FC St.Gallen. So laufe das eben im Profifussball eben, lässt sich Früh zitieren. Und: «Was im Hintergrund passiert, wird nicht öffentlich gemacht. Darum heisst es auch ‘Hintergründe’. Sonst würde es ‘Vordergründe’ heissen.»

(saz)


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