«Früher konnte ich nicht täglich Bratwurst essen»

Sandro Cavegn nach seiner Wahl zum neuen Mister Schweiz.
Sandro Cavegn nach seiner Wahl zum neuen Mister Schweiz. © (KEYSTONE/Walter Bieri)
Sandro Cavegn war 2012 der schönste Mann der Schweiz. Der heute 32-jährige Rapperswiler erzählt im Interview, wie wichtig ihm sein Äusseres fünf Jahre nach der Mister-Schweiz-Wahl noch ist.

Sandro Cavegn wurde im August 2012 zum Mister Schweiz gewählt. Damals war er Geschäftsführer einer Pizzakette und nutzte diese gezielt für Werbeaktionen, um sich bei der Wahl einen Vorteil zu verschaffen. Damals erklärte Cavegn: «Ich glaube, schliesslich geht es nicht darum, wer den schönsten Body, sondern wer am meisten Leute mobilisieren kann und das habe ich geschafft.» Inwiefern Schönheit ebenfalls ein wichtiger Faktor war und noch immer ist, führt Cavegn im Interview aus.

Werden Sie heute auf der Strasse noch erkannt?
Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, ob es so positiv ist, auf der Strasse erkannt zu werden (lacht). Nach meiner Wahl zum Mister Schweiz hatte ich auf dem Privatsender Joiz eine Sendung namens Mister Pizza. Das war bestimmt auch ein Faktor, dass mich Menschen auch heute noch erkennen. Aber: Ich wohne in Rapperswil, einem kleinen Städtchen. Hier kennt man sich sowieso. Schliesslich ist es aber eine Sache eines jeden selbst, wie oft man noch in den Medien präsent sein will.

Wie wichtig war Ihnen die Schönheit, als Sie zum Mister Schweiz gewählt wurden?
Das ist jetzt fünf Jahre her. Ich glaube, damals war es mir noch wichtig, einen Sixpack zu haben und sich bestmöglichst auf den Wahlabend vorzubereiten. Die Ernährung und der Sport waren zentrale Aspekte der Wahl. Heute habe ich schlicht keine Zeit mehr, regelmässig ins Fitnessstudio zu gehen. Heute nutze ich den Sport, um die Seele baumeln zu lassen. Ich gehe ab und an noch im Wald joggen, aber aktives Sport machen ist nicht mehr so wichtig, wie damals. Man kann sagen, dass sich meine Prioritäten geändert haben.

Und wo liegen diese Prioritäten jetzt?
Bei meiner Familie. Mir ist wichtig, dass ich Zeit mit meiner Frau und meiner Tochter verbringen kann. Ich werde bald zum zweiten Mal Vater und ich glaube, da bleibt fast keine Zeit mehr für irgend etwas anderes. Im Gegensatz zu früher kann ich heutzutage auch gut und gerne mal ein Gläschen Wein trinken oder gut zu Abend essen. Früher war das anders. Damals dachte ich: ‘Nein, ich kann jetzt nicht jeden Tag Bratwurst essen, das geht nicht!’ (lacht). Heute steht definitiv der Genuss im Zentrum.

Das Aussehen ist nicht mehr wichtig?
Welcher Mensch legt schon keinen Wert auf sein Äusseres? Der eine mag eitler sein als der andere. Mir ist es nicht mehr so wichtig, dass alles durchgestylt ist. Das war mir auch damals nicht so wichtig. Wichtiger ist mir aber, dass ich gesund bin, alles andere nimmt sowieso seinen Lauf (lacht). Es kann durchaus schön sein, wenn man jemandem das Alter ansieht. Das gibt eine gewisse Reife.

Das Interview führte Fabienne Engbers. 

(saz)


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