«Fühle mich in St.Gallen wie zuhause»

Von Sandro Zulian
Die philippinische Schauspielerin Bela Padilla in der Marktgasse in St.Gallen.
Die philippinische Schauspielerin Bela Padilla in der Marktgasse in St.Gallen. © instagram.com/belapadilla
Die britisch-philippinische Schauspielerin Bela Padilla hat im Dezember einen Liebesfilm in St.Gallen gedreht. FM1Today hat die 27-jährige in Zürich getroffen. Warum St.Gallen ihre Lieblingsstadt ist, erklärt sie im Interview.

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Im Dezember herrschte grosser Aufruhr in St.Gallen. Plötzlich trendete der Hashtag #MeetmeinStGallen auf Twitter. Grund war eine philippinische Filmcrew, die in St.Gallen einen Liebesfilm drehte. In der Hauptrolle: Die britisch-philippinische Schauspielerin Bela Padilla. FM1Today konnte die 27-jährige wenige Tage später in Zürich für ein Interview treffen. In zwei Wochen kommt der Film in die Kinos.

Für alle Schweizer, die dich nicht kennen: Wer bist du?
Ich bin Bela Padilla und ich bin eine Schauspielerin aus den Philippinen. Ich schreibe auch Drehbücher und bin seit einiger Zeit Autorin und Filmproduzentin. Auf den Philippinen bin ich bekannt als TV-Schauspielerin. In der Vergangenheit bin ich öfter für Dramen vor der Kamera gestanden. In St.Gallen haben wir ein Liebesdrama mit dem Titel «Meet me in St.Gallen» gedreht.

Warum St.Gallen?
Das fragen mich die Leute ständig! (lacht) Ein Grund könnte sein, dass die Philippinen sehr katholisch geprägt sind. Der Name «St.Gallen» hat eine spezielle Bedeutung für uns. Es fühlt sich für mich so an, als wäre St.Gallen ein Ort, wo man sich zurückziehen kann, wenn man etwas verarbeiten muss. Der Name klingt so tröstend. Hinzu kommt, dass meine Regisseurin ein grosser Fan von Weihnachtsmärkten ist. Sie hat im Internet nach schönen Märkten gesucht und ist zum Schluss gekommen, dass derjenige in St.Gallen perfekt ist.

Wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal nach St.Gallen gekommen bist?
Als ich das erste Mal das «Hotel am Ring» betreten habe, war ich überwältigt von all den Engeln! Die Wände, die Decke, alles war voll mit gemalten Engeln. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Engel gesehen! (lacht) Als ich mir die Stadt angesehen habe, dachte ich, es sei eine ganz normale europäische Stadt. Aber es ist viel mehr als das. Ich wurde kurz nach Ende der Dreharbeiten zum Guetzli backen eingeladen. Als ich in diese Wohnung kam, fühlte ich mich sofort zuhause. Sogar meine Regisseurin sagt: «St.Gallen ist mein Zufluchtsort». Als ich nach einem Besuch auf dem Säntis zurück nach St.Gallen gekommen bin, realisierte ich, dass diese Stadt meine Heimat ist. Erstaunlich, was die vier Drehtage mit einer Person machen können.

Wie wirken die Einwohnerinnen und Einwohner von St.Gallen auf dich?
Sie sind so nett! Ich habe das Gefühl, man kennt sich hier einfach. Vielleicht liegt es daran, dass St.Gallen so klein ist. Aber ich habe beobachtet, dass diese Leute den Anschein machen, als ob sie aufrichtig und echt miteinander reden wollen und das auch tun. Das ist so schön. (Lange, nachdenkliche Pause) Ich hoffe, das bleibt für immer so und wird auch noch da sein, wenn ich wieder nach St.Gallen komme.

Kannst du uns ein wenig über den Film «Meet me in St.Gallen» erzählen?
Es ist ein romantisches Drama, das sich um zwei Charaktere dreht. Sie finden einander zufälligerweise drei Mal in ihrem Leben, über vier Jahre verteilt. Das erste Mal 2012, dann 2016 und schliesslich 2018 in St.Gallen. Die beiden Menschen fühlen sich nie ganz komplett und sie müssen einander immer wieder verlassen. Aber sie finden sich auch immer wieder. Eines Tages sagt mein Charakter, Celeste: «Triff mich in St.Gallen».

Wie viel St.Gallen steckt in diesem Film?
Wir haben versucht, so viel St.Gallen wie möglich hineinzupacken. Ein Drittel des Films spielt dort. Gedreht haben wir an wunderschönen Orten wie der Kathedrale und unter dem grossen Weihnachtsbaum auf dem Klosterplatz. Dort hat sogar ein Chor für uns gesungen. Der Film zeigt Szenen auf dem Weihnachtsmarkt, den drei Weieren über der Stadt und in der kleinen Standseilbahn, die dort hinauf fährt. Es war grossartig. Ich freue mich riesig für die Philippinerinnen und Philippiner, wenn sie diese wunderschöne, europäische Stadt sehen können. Es ist speziell, denn jedes Mal wenn eine philippinische Filmcrew nach Europa gegangen ist, filmten sie automatisch meist in Barcelona, Italien oder Frankreich. Ich freue mich darauf, «grosse Liebe in einer kleinen Stadt» zu zeigen.

Private Frage: Hast du einen Freund?
(lacht) Nein, habe ich nicht. Ich bin seit einem Jahr Single.

Angenommen du wärst vergeben: Würdest du St.Gallen für eine romantische Auszeit in Betracht ziehen?
Oh ja! In St.Gallen gibt es so viele romantische Orte. Und im Winter ist man praktisch gezwungen, Händchen zu halten, nur damit man ein wenig warm hat! (lacht) Und übrigens: Ich habe mich wirklich in die Stadt verliebt. Das sage ich nicht nur wegen des Interviews. Ich sehe St.Gallen gerne als meine Heimatbasis in Europa.

Der Trailer zum Film «Meet me in St.Gallen». Die Premiere findet am 7. Februar auf den Philippinen statt. 

Bela Padilla wurde am 3. Mai 1991 als Krista Elyse Hidalgo Cariño Sullivan geboren. Sie ist philippinisch-britische Schauspielerin, Produzentin, Drehbuchautorin und Model. Seit 2007 ist sie im Filmbusiness tätig. Der Film «Meet me in St.Gallen», in welchem sie eine Hauptrolle spielt, feiert am 7. Februar Weltpremiere. Ob es auch eine Premiere in St.Gallen gibt, ist in Abklärung.


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