Für Bachmannpreisträgerin Gomringer ist Slam nicht lukrativ genug

Nora Gomringer - hier bei der Bekanntgabe des Bachmannpreises - hat mit Slam-Poetry ihre Karriere angeschubst, aber von der Literatur leben kann sie erst, seit sie auch anderes macht (Archiv).
Nora Gomringer - hier bei der Bekanntgabe des Bachmannpreises - hat mit Slam-Poetry ihre Karriere angeschubst, aber von der Literatur leben kann sie erst, seit sie auch anderes macht (Archiv). © /APA/GERT EGGENBERGER
Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer ist zwar mit Slam bekannt geworden, hat aber aufgehört. Obwohl es traditionell eine Flasche Whiskey zu gewinnen gibt, schenkt diese Tätigkeit nicht ein: mehrstündige Anreise für zwei Minuten Auftritt – per Skype ginge das leichter.

“Ich habe viel von der Slam-Szene gelernt”, sagte die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin der “NZZ am Sonntag”, “aber es ist wirtschaftlich unergiebig”. Seit zehn Jahren kann die heute 35-Jährige nun von der Literatur leben – auch dank des Jobs als Leiterin des Künstlerhauses Concordia in Bamberg.

Dass sie daneben überhaupt noch zum Dichten kommt, hat sie auch ihrer Erziehung zu verdanken: Ihr Vater Eugen Gomringer – als Pionier der konkreten Poesie berühmt geworden – war Offizier in der Schweizer Armee und hat dem Nesthäkchen und seinen sieben Halbbrüdern Disziplin vorgelebt.

Im Gegensatz zu anderen Sprösslingen von Berühmtheiten hat Nora Gomringer kein Problem mit der Frage “sind sie die Tochter von…”. Ganz im Gegenteil: Wer das fragt, “den könnte ich sofort umarmen. Wer konkrete Poesie kennt, der ist cool”.

http://tinyurl.com/nora-sda

(SDA)


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