Gänsehautstimmung im Wembley: Fans singen Marseillaise

Gänsehautstimmung im Wembley: Fans singen Marseillaise
© Im Wembley-Stadion zeigen sich die Fussballfans solidarisch. (KEYSTONE/CAMERA PRESS/James Veysey)
Während in Deutschland die Angst vor dem Terror ein Fussballfest verunmöglicht, singen im Londoner Wembley-Stadion 90’000 Fussballfans geschlossen die französische Nationalhymne. Der Sport ist beim Spiel England – Frankreich bloss Nebensache.

Schon im Vorfeld des Spiels hatten die fussballverrückten Briten Fans, welche die französische Nationalhymne nicht intonieren wollen, gebeten doch lieber zu Hause zu bleiben. Beim Freundschaftsspiel zwischen England und Frankreich ist die Solidarität mit den Terroropfern von Paris das Gebot der Stunde. Das leidenschaftliche Resultat in der “Kathedrale” des Fussballs lässt sich durchaus sehen. Hier die Videos zur Gänsehautstimmung im Wembley.

Auch als das Spiel bereits lief, sangen Fans immer wieder lautstark die französische Nationalhymne. Auf den Rängen schwenkten sowohl Heim- als auch Gästeanhänger die französische Flagge.

Prinz William sowie die Trainer Didier Deschamps (Frankreich) und Roy Hodgson (England) legten zum Gedenken an die mehr als 120 Terroropfer von Paris Kränze nieder. Die Spieler beider Teams trugen schwarze Armbinden. Im Stadion selbst herrschten während des Spiels strengste Sicherheitsmassnahmen.

Ein weiteres Zeichen der Solidarität: In den Farben der Trikolore erstrahlte im Wembley-Stadion die Parole der Französischen Revolution “Liberté, égalité, fraternité” (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).

Unter den Zuschauern war in London auch der britische Premier David Cameron. Er hatte noch Stunden zuvor im Parlament gemahnt, dass das Testspiel stattfinden müsse. Im Arena-Umfeld herrschte der pure Ausnahmezustand: Bewaffnete Polizisten patrouillierten vor und im Stadion. Heliikopter kreisten über dem Gelände.

Doch die Fans hatten sich vom Grauen von Paris nicht abschrecken lassen. Lediglich 100 Besucher hatten laut einem britischen Medienbericht im Vorfeld des Spiels ihre Tickets zurückgegeben. “United we stand”, hatte ein Fans auf sein Plakat geschrieben. Es war der französische Fussballverband, der ausdrücklich gewünscht hatte, dass das Spiel stattfindet, hiess es in London. (red/SDA)


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