Gatlin siegt auch über 200 m

Justin Gatlin freut sich über den Sieg über 200 m
Justin Gatlin freut sich über den Sieg über 200 m © KEYSTONE/AP/MARCIO JOSE SANCHEZ
Nach dem Sieg über 100 m setzt sich Justin Gatlin an den US-Trials in Eugene auch über 200 m durch.Im Vorlauf und Halbfinal hielt sich Gatlin noch zurück, im Final war er dann aber einmal mehr nicht zu bezwingen.

Der 34-Jährige siegte in 19,75 Sekunden, der zweitbesten Zeit über die halbe Bahnrunde in diesem Jahr. Gatlin verwies LaShawn Merritt, der im Halbfinal mit 19,74 Sekunden eine Jahresweltbestleistung gelaufen war, um vier Hundertstel auf Platz 2. Das dritte Ticket für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro löste Ameer Webb (20,00). Tyson Gay (20,38) wurde lediglich Sechster und scheiterte wie bereits über 100 m.

Gatlin schaffte in Bundesstaat Oregon das Double, obwohl ihm kleinere Verletzungen zu schaffen machten. “Ich hatte während den gesamten Trials Probleme mit dem Knöchel und dem Quadrizeps”, sagte Gatlin. “Ich tat genau das, was ich tun musste, nämlich mich zu qualifizieren.” In Rio will Gatlin die Herrschaft von Usain Bolt beenden. Der jamaikanischen Superstar erholt sich derzeit von einer leichten Zerrung im Oberschenkel.

Merritt strebt an den Olympischen Spielen das Double 200/400 m an, das bislang nur der legendäre Amerikaner Michael Johnson im Jahr 1996 geschafft hat. “Ich denke, dass ich über 200 m noch schneller laufen kann”, so Merritt.

Der gleichnamige Aries Merritt dagegen kann in Rio seinen Titel über 110 m Hürden nicht verteidigen. Mit 13,22 Sekunden verpasste der 30-jährige Weltrekordhalter die Olympia-Qualifikation um eine Hundertstelsekunde – er wurde von College-Football-Spieler Devon Allen (13,03), Ronnie Ash (13,21) und Jeff Porter (13,21) bezwungen.

Dennoch ist die Leistung von Aries Merritt nicht hoch genug einzuschätzen, hatte er sich doch am 1. September 2015 einer Nierentransplantation unterziehen müssen. Im Januar nahm der WM-Dritte des vergangenen Jahres das Training wieder auf, obwohl ihm die Ärzte empfahlen, erst 2017 wieder Wettkämpfe zu bestreiten. Dem nicht genug behinderte ihn seit einem Monat eine Adduktorenverletzung. “Unter den gegebenen Umständen holte ich das Maximum heraus”, erklärte Merritt. “Meine Freiluft-Saison war kurz. Es ist schon ein Wunder, den Final erreicht zu haben.”

Eine besondere Geschichte schrieb Bernard Lagat, der sich im Alter von 41 Jahren zum fünften Mal für Olympische Spiele qualifizierte. Der Doppelweltmeister von 2007 (1500 und 5000 m) entschied das Rennen über 5000 m in 13:35,50 Minuten vor Hassan Mead (13:35,70) und Paul Chelimo (13:35,92) für sich. “Ich trainiere mit jüngeren Läufern zusammen, fühle mich nicht als ‘alter’ Läufer”, sagte Lagat. “Viele glaubten nicht mehr an mich.”

(SDA)


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