GC kommt auch im Derby nicht auf Touren

Anto Grgic versenkt den Penalty gegen GC-Goalie Joël Mall
Anto Grgic versenkt den Penalty gegen GC-Goalie Joël Mall © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Viertes Stadtderby, erster Punkt für den FC Zürich: Die Grasshoppers finden auch gegen den FCZ nicht aus dem Tief. Nach einem umstrittenen Penalty-Entscheid gegen sich erreichen sie zumindest ein 1:1.

Anto Grgic brachte den FCZ in der ersten Halbzeit nach einer Flugeinlage von Alexander Kerschakow, dem auffälligsten Akteur der Partie, vom Penaltypunkt aus in Führung. Caio, dem ansonsten wenig gelang, glich Mitte der zweiten Halbzeit aus. In den Schlussminuten setzte Grgic zudem einen Weitschuss an den Pfosten.

Für Aufregung sorgten im Letzigrund nicht etwa Torchancen en masse. Am meisten zu reden gab eine Szene aus der 37. Minute, die sich im Strafraum der Grasshoppers abspielte. Alexander Kerschakow legte sich den Ball vor und nutzte die Gelegenheit, die ihm Alban Pnishis Bein im Laufduell bot. Man konnte es je nach Sicht schlitzohrig nennen, wie der 33-jährige Russe abhob, oder auch etwas dreist. Jedenfalls verwertete Anto Grgic den Penalty souverän. Und das Spielgeschehen stellte der Schweizer Nachwuchs-Internationale mit seinem vierten Saisontor nicht auf den Kopf.

FCZ in erster Halbzeit aktiver

In der ersten Halbzeit nahm der FCZ die aktivere Rolle ein, mit Ausnahme eines Schusses von Davide Chiumiento (31.) blieben klare Torchancen aber aus. Den Grasshoppers misslangen vor der Pause zuweilen einfachste Dinge. Gleichwohl hätten ein Schuss von Florian Kamberi (32.) und ein Kopfball von Pnishi an den Pfosten (33.) beinahe für die Führung ausgereicht.

Keine Impulse konnte Kareem Sherko setzen. Der junge Iraker, der erstmals in der Startformation stand, musste noch vor der Pause ausgewechselt werden. Grund dafür offenbar ein medizinisches Problem. Wesentlich mehr Einfluss hatte der im Winter von Servette gekommene Linksfuss Maxime Dominguez, der ebenfalls erstmals von Beginn weg spielen durfte, für den FCZ.

Caio kommt nicht in die Gänge

Von jener Leichtigkeit, die sie in der Vorrunde ausgezeichnet hatte, war bei den Grasshoppers abermals seit dem Rückrundenstart nicht wahnsinnig viel zu sehen. Eines der Sinnbilder dafür ist Caio, der nicht wirklich in die Gänge kommt. Der Brasilianer begann auf der zentralen Position im offensiven Mittelfeld, rückte nach Sherkos Auswechslung wieder auf links. Auffallend agierte der neunfache Torschütze der ersten Saisonhälfte aber nirgendwo. Und doch stand Caio im entscheidenden Moment sprichwörtlich im Zentrum des Geschehens. Er verwertete die Flanke des kurz vorher eingewechselten Benjamin Lüthi ungedeckt zum 1:1 (71.).

So gewann der FCZ zwar nicht das Spiel, aber immerhin den ersten Punkt im vierten Derby der Saison. In der Tabelle beträgt der Vorsprung der achtplatzierten Zürcher auf das Schlusslicht Vaduz nun sechs Punkte. Die Liechtensteiner treten am Donnerstag in Thun an.

Die Grasshoppers müssen sich weiter nach hinten orientieren. Nachdem sie im fünften Spiel in Folge ohne Sieg blieben, kann Sion am Mittwoch mit einem Sieg in St. Gallen vorbeiziehen und Platz 3 übernehmen.

Zürich – Grasshoppers 1:1 (1:0)

10’218 Zuschauer. – SR Klossner. – Tore: 38. Grgic (Foulpenalty/Pnishi an Kerschakow) 1:0. 71. Caio (Lüthi) 1:1.

Zürich: Brecher; Nef, Kecojevic, Kukeli; Koch, Sarr, Grgic, Vinicius; Dominguez (76. Turkes), Chiumiento; Kerschakow.

Grasshoppers: Mall; Bauer, Senderos, Pnishi, Bamert (68. Lüthi); Milanov, Källström; Kamberi (60. Tabakovic), Caio, Sherko (38. Brahimi); Dabbur.

Bemerkungen: Zürich ohne Brunner (gesperrt), Alesevic, Bua, Buff, Etoundi, Kleiber, Sanchez, Schönbächler und Yapi, Grasshoppers ohne Basic und Tarashaj (alle verletzt). 33. Kopfball von Pnishi an den Pfosten. 89. Pfostenschuss von Grgic. Verwarnungen: 14. Kukeli (Foul). 45. Senderos (Foul). 51. Dabbur (Foul). 54. Sarr (Unsportlichkeit).

Rangliste: 1. Basel 28/69 (76:27). 2. Young Boys 28/51 (58:37). 3. Grasshoppers 29/43 (59:49). 4. Sion 28/41 (40:36). 5. Luzern 28/37 (38:42). 6. Thun 28/33 (35:42). 7. St. Gallen 28/31 (31:48). 8. Zürich 29/30 (41:51). 9. Lugano 28/27 (36:64). 10. Vaduz 28/24 (33:51).

(SDA)


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