Wir wollen uns gesund ernähren

Von Leila Akbarzada
Grüne Smoothies sind voll im Trend.l
Grüne Smoothies sind voll im Trend.l © iStock
Fastfood-Ketten sind gut vertreten in der Ostschweiz. Alleine in St.Gallen gibt es drei McDonald’s-Restaurants. Doch wer auf die Schnelle etwas Gesundes essen will, der sucht in St.Gallen lange. 

Sie heissen “Schnägg”, “Hitzberger” oder “Dean and David” – das sind Namen, die für gesundes, schnelles Essen stehen. Im “Schnägg” beispielsweise gibt es Salate, Sandwiches und Wähen, die aus regionalen Zutaten hergestellt werden. Sämtliche Produkte kosten einen “Schnägg”, also fünf Franken. Kostengünstig und gesund. Und auch in den anderen erwähnten Ketten gibt es vegane, vegetarische und biologische Snacks, Suppen, Smoothies, die auf die Schnelle den Hunger gesund stillen. Aber nicht in St.Gallen. Keine dieser Ketten ist in der Bratwurst-Stadt vertreten.

Trends sind da, aber wo?

Hinkt St.Gallen dem Trend des gesunden, schnellen Essens hinterher? Ganz und gar nicht, findet René Rechsteiner, Präsident der Gastro Stadt St.Gallen. “Wir haben ein sehr vielfältiges Gastronomie-Angebot in St.Gallen”, sagt er. Die Trends seien vielleicht noch nicht ganz angekommen, aber St.Gallen schlafe nicht. Generell stimme das Angebot. Wo man jetzt aber einen Smoothie in Bahnhofsnähe für die Zugfahrt holen könnte, weiss auch er nicht. “Ganz alle Angebote kenne ich halt nicht”, sagt er.

Trendsetter: “Schiffchuchi”

Bei der “Schiffchuchi” in Marktplatz-Nähe ist man anderer Meinung. “St.Gallen hinkt definitiv hinterher”, sagt eine Mitarbeiterin. Bei der “Schiffchuchi” schwimmt man auf der Trendwelle: Es gibt täglich frische Suppen, die vegan sind. Auch die Salate  – momentan Quinoa-Federkohl-Salat oder Linsensalat – sind oftmals vegan. Es gibt auch täglich frische Smoothies sowie Säfte wie der trendige Spinatsaft. Auch Desserts sind teilweise vegan. Es gibt aber auch Produkte mit Fleisch wie beispielsweise das Trutenschinken-Sandwich. Man kann die Speisen mitnehmen oder an einem der Stehtische geniessen.

Bio-Vorreiter: BeckBeck

Ein Vorreiter der gesunden, schnellen Küche in St.Gallen ist die BeckBeck-Bäckerei. Seit 1992 wird hier biologisch und vegetarisch gekocht. Täglich gibt es einen frischen Tagesteller, vier verschiedene Sorten Quiche sowie Bio-Suppen und Salate. “Die Produkte sind 99,9 Prozent Bio”, sagt Monika Gmür, Inhaberin der BeckBeck-Bäckerei. Das Essen wird nicht in der Microwelle, sondern im Steamer erhitzt. So gehen keine Vitamine verloren. Das Brot werde zudem jeden Tag frisch gebacken und enthalte kein Treibemittel.

Wer Bio will, ist auch im Kafi Franz an der richtigen Adresse. Es ist zwar kein Fastfood-Lokal, man kriegt aber alles zum Mitnehmen. Dort gibt es immer wieder vegetarische oder vegane Speisen, möglichst mir regionalen Produkten.

Bald kommt das Tibits!

Und einen weiteren Hoffnungsschimmer gibt es: Das Tibits wird bald in St.Gallen ein neues Restaurant eröffnen. Wer sich aber jetzt schon auf das vegetarische Buffet freut, muss sich noch ein wenig gedulden: Voraussichtlich Ende 2017 wird die Filiale in St.Gallen eröffnet. Mit seinem Standort am Bahnhof wird das Tibits das Angebot dort aufwerten. Aber es dauert halt noch. Bis dahin muss man sich noch beim Brezelkönig oder Bratwurst-Stand verköstigen, bevor man in den Zug steigt.

Fazit: Schnelles, gesundes Essen gibt es in St.Gallen. Man muss aber etwas suchen, bis man einen knallgrünen Drink in der Hand hält.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen